Für Jod und Folsäure sorgen

Ausreichend Jod und Folsäure sind wichtig für schwangere und stillende Frauen. Darauf weist aktuell das Bundesinstitut für Risikobewertung hin.

Schwangere Frau liegt im Gras © Thinkstock
(Berlin – 24.06.2014) Schwangere und stillende Frauen sowie Frauen, die schwanger werden möchten, sollten sich ausreichend mit Jod und Folat beziehungsweise Folsäure versorgen. Darauf weist aktuell das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hin. „Neben einer ausgewogenen Ernährung mit Seefisch und Milch sowie mit Obst, Gemüse und Vollkornprodukten sind für Schwangere und Stillende Präparate mit Jod und Folsäure wichtig, um Mangelerscheinungen vorzubeugen und das Risiko für Neuralrohrdefekte zu senken“, sagt BfR-Präsident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. „Frauen sollten sich jedoch vor Einnahme der Präparate ärztlich beraten lassen“.

Jod ist zur Regulation wichtiger Stoffwechselvorgänge wichtig

Jod zählt zu den essenziellen Spurenelementen und ist zur Regulation wichtiger Stoffwechselvorgänge notwendig. In schweren Fällen kann Jodmangel Fehlgeburten, Fehlbildungen sowie Störungen von Wachstum, Knochenreifung und Gehirnentwicklung des ungeborenen Kindes zur Folge haben. Auch Mütter, die ihr Kind stillen, sollten auf eine ausreichende Jodzufuhr achten. Denn es muss sowohl der Jodbedarf der Mutter als auch der des Kindes sichergestellt werden.

Zusätzlich zu jodreicher Ernährung Jodtabletten einnehmen

Das BfR empfiehlt, für eine nachhaltige Jodversorgung regelmäßig Seefisch und Milchprodukte zu essen, ausschließlich Jodsalz zu verwenden und bevorzugt Brot und Fleischwaren zu konsumieren, die mit Jodsalz hergestellt wurden. Die dadurch mögliche Jodaufnahme reicht jedoch meist nicht, um den in der Schwangerschaft und Stillzeit erhöhten Bedarf zu decken. Daher sollten schwangere und stillende Frauen zusätzlich zu einer jodhaltigen Ernährung und nach Rücksprache mit ihrem Arzt täglich 100 bis 150 Mikrogramm Jod in Form von Jodtabletten zu sich nehmen.  

Da Deutschland aufgrund geologischer Bedingungen zu den Jodmangelgebieten gehört, haben schwangere und stillende Frauen oft einen Jodmangel. Bestimmte Lebensumstände oder Verhaltensweisen wie Alter, Rauchen, die Einnahme von oralen Verhütungsmitteln oder eine vegane Ernährung, können einen Jodmangel begünstigen.

Folat: wichtig für alle Zellteilungs- und Wachstumsprozesse

Folat zählt zu den wasserlöslichen B-Vitaminen und ist für alle Zellteilungs- und Wachstumsprozesse notwendig. Folate kommen natürlicherweise in Lebensmitteln vor – mit Folsäure wird dagegen die synthetische Form in Nahrungsergänzungsmitteln oder angereicherten Lebensmitteln bezeichnet. Frauen, die eine Schwangerschaft planen, sollten – auch bei folatreicher Ernährung – spätestens vier Wochen vor einer Schwangerschaft und bis zum Ende des ersten Schwangerschaftsdrittels 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag in Tablettenform einnehmen. Dadurch kann das Risiko für Neuralrohrdefekte beim Kind reduziert werden. Informationen dazu und die Empfehlung zur Einnahme gehören zur ärztlichen Beratung vor und während der Schwangerschaft.  

Auch nach dem ersten Schwangerschaftsdrittel haben Schwangere und Stillende einen erhöhten Folatbedarf. Um die empfohlene Dosis zu erreichen, sind eine abwechslungsreiche Ernährung und eine schonende Zubereitung der Lebensmittel notwendig. Besonders reich an Folaten sind Leber, grünes Gemüse wie Spinat und Brokkoli, Hülsenfrüchte, Weizenkeime, Hefe, Eigelb, Vollkorngetreideprodukte, Zitrusfrüchte und -säfte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.06.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung