Immer im Blick

Am Wochenende lockt das Freibad. Doch Vorsicht: Auch wenn Kinder einen Schwimmkurs gemacht haben, sollten Eltern Sie immer im Auge haben.

Mädchen beim Schwimmen © Thinkstock
(Köln – 05.06.2014) Am Wochenende erwarten uns wieder Temperaturen um 30 Grad Celsius. Da lockt das Freibad oder der Badesee. Doch Vorsicht: Auch wenn Vorschulkinder Schwimmunterricht erhalten, dürfen Eltern sie im Wasser nicht aus den Augen lassen. Denn in der Regel überschätzen Eltern die Schwimmfähigkeit ihrer Kinder. „Schwimmunterricht ist zwar ein wichtiges Mittel zur Vorbeugung gegen Ertrinkungsunfälle, dennoch gibt er keinen absoluten Schutz. Kinder benötigen im beziehungsweise am Wasser immer eine Aufsichtsperson“, warnt Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Seepferdchen bescheinigt kein sicheres Schwimmen

Mit etwa vier bis fünf Jahren sollten Kinder Schwimmunterricht erhalten. Dann sind sie in der Lage, Arm- und Beinbewegungen für das Schwimmen richtig zu koordinieren, und können die richtige Atemtechnik erlernen. Laut der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) reicht das Seepferdchen-Abzeichen jedoch nicht für sicheres Schwimmen aus. Das bescheinigt erst das Jugendschwimmabzeichen in Bronze. Dafür muss ein Heranwachsender unter anderem vom Beckenrand springen und eine 200-Meter-Strecke im Wasser in maximal 15 Minuten zurücklegen können.

Kinder zwischen ein und drei Jahren gehören zur Hochrisikogruppe

Zur Hochrisikogruppe für Ertrinkungsunfälle gehören Kleinkinder zwischen einem und drei Jahren – und hier vor allem Jungen. „Bei dieser Altersgruppe reichen schon wenige Zentimeter, um zu ertrinken. Gerät der Kopf bei Kleinkindern ins Wasser, löst dies eine Art Schockreaktion aus: Die Stimmritze im Rachenraum schließt sich und verhindert das Atmen. Die Kinder ertrinken lautlos. Das kann selbst in einem kleinen Planschbecken passieren“, erklärt der Kinder- und Jugendarzt. Die meisten Unfälle ereignen sich, weil Eltern nur kurz unaufmerksam sind. Bei Kindern gehört Ertrinken weltweit zur zweithäufigsten Unfalltodesursache und steht an erster Stelle als Grund für Herz-Kreislauf-Versagen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.06.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.kinderaerzte-im-netz.de
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