Blutfettwerte kontrollieren

Sind Kinder durch familiäre Hypercholesterinämie für einen frühen Schlaganfall oder Herzinfarkt vorbelastet, sollten regelmäßig ihre Blutfettwerte überprüft werden.

Arztbesuch © Thinkstock
(Köln – 05.05.2014) Bei manchen Kindern sollten bereits ab dem Kleinkindalter – spätestens ab einem Alter von zehn Jahren – regelmäßig die Blutfettwerte beziehungsweise das Cholesterin kontrolliert werden. Das betrifft Kinder mit Verwandten, die früh einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt erlitten haben, Xanthome (kleine Knötchen über Strecksehnen, vor allem der Achillessehne, aber auch gelbliche Einlagerungen in der Haut) aufweisen oder bekanntermaßen von erhöhten Blutfettwerten betroffen sind. Bei Männern gilt ein Infarkt oder Schlaganfall bis zu einem Alter von etwa 55 Jahren als früh, bei Frauen etwa bis zu einem Alter von 65 Jahren.

„Die sogenannte familiäre Hypercholesterinämie ist eine der häufigsten angeborenen Stoffwechselerkrankungen. Sie wird vererbt und bewirkt – unbehandelt – eine frühe Verengung der Arterien durch Cholesterineinlagerungen mit späterer Verkalkung (Arteriosklerose). Herz-Kreislauf-Probleme bereits in jungen Jahren und ein früher Herztod können die Folge sein“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler vom Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Er weist darauf hin, dass erhöhte Blutfettwerte auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten können.

Familiäre Hypercholesterinämie: oft nicht rechtzeitig erkannt

Internationale Experten von der European Atherosclerosis Society (EAS) warnen davor, dass die familiäre Hypercholesterinämie immer noch zu selten rechtzeitig erkannt und behandelt wird. „In der Regel können erhöhte Blutfettwerte bei Schulkindern durch einen veränderten Lebensstil verbessert werden. Ausreichend Bewegung, genügend Schlaf und fünf auf den Tag verteilte Mahlzeiten wirken sich positiv, langes Sitzen, gesüßte Getränke und Übergewicht dagegen negativ auf die Werte aus. Bei familiärer Hypercholesterinämie ist jedoch häufig die Einnahme von cholesterinsenkenden Medikamenten erforderlich. Diese kann aber nur im Rahmen einer kontinuierlichen Überwachung durch spezialisierte Kinder- und Jugend-Gastroenterologen erfolgen“, so der Experte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.05.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.kinderaerzte-im-netz.de
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