Gehirnerschütterung: was tun?

Tragen Kinder beim Sport einen Helm, kann das schwere Kopfverletzungen verhindern – Gehirnerschütterungen jedoch nicht. Was Eltern beachten sollten.

Skifahren © Thinkstock
(Köln – 08.01.2014) Moderne Helme, die Kinder zum Beispiel beim Skaten, Rad- oder Skifahren tragen, können oft helfen, Schädelfrakturen und andere schwere Schädel-Hirn-Verletzungen zu verhindern. Eine Gehirnerschütterung können sie jedoch nicht abwenden. Nach Stürzen, Zusammenstößen im Sport oder anderen Unfällen, bei denen der Kopf ihres Kindes beteiligt ist, sollten Eltern deshalb immer auch auf Anzeichen einer Gehirnerschütterung achten – selbst wenn es einen Helm getragen hat.

Symptome einer Gehirnerschütterung

Kopfschmerzen und Übelkeit mit Erbrechen sind die bekanntesten Symptome einer Gehirnerschütterung – Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Gleichgewichts- sowie Konzentrationsprobleme sind weitere. Auch Nervosität, Gereiztheit, Niedergeschlagenheit und Schlafprobleme können in der Folge auftreten“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Bei einem Verdacht sollte der Kinder- und Jugendarzt das Kind auf jeden Fall untersuchen. Er entscheidet dann über das weitere Vorgehen.“

Das Wichtigste bei einer Gehirnerschütterung: Ruhe

Die wichtigste Maßnahme nach einer Gehirnerschütterung ist Ruhe. „Prallt der Kopf auf einen festen Gegenstand, bewegt sich das Gehirn im Schädel. Dabei können Nervenverbindungen stark gedehnt werden – in seltenen Fällen sogar abreißen und so die Funktion des Gehirns beeinträchtigen. Außerdem kann es an der Aufschlagstelle des Hirns auf der Innenseite des Schädelknochens zu Schwellungen der Hirnhaut kommen. Daher braucht das Gehirn extra Schonung, um geschädigte Nervenzellen und ‑verbindungen wieder reparieren zu können“, sagt der Experte.

Nach einer Gehirnerschütterung sollten Kinder zunächst Sport, Schularbeiten, Lesen, Fernsehen, Computerspiele, Surfen im Internet und ähnliche Aktivitäten meiden, um für eine schnelle Erholung zu sorgen. Schritt für Schritt können Betroffene dann langsam wieder damit beginnen und die Aktivitäten in der Intensität und Dauer steigern. Kinder und insbesondere Jugendliche benötigen oft eine längere Erholungsphase als Erwachsene, da sich ihr Gehirn noch im Wachstum befindet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.01.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.kinderaerzte-im-netz.de
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