Vergiftungsunfall: was tun?

Eltern sollten Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren – sonst passiert schnell ein Vergiftungsunfall. Was im Notfall zu tun ist.

Pillen © Thinkstock
(Köln – 12.12.2013) Amerikanische Experten warnen in einer aktuellen Studie in der Fachzeitschrift Journal of Pediatrics davor, Medikamente im Blickfeld von Kleinkindern oder in für sie zugänglichen Bereichen beziehungsweise außerhalb der ursprünglichen Verpackung aufzubewahren – etwa in einer Tasche oder Bonbon-Dose. Denn so ereignen sich die meisten Vergiftungsunfälle mit Arzneien. Das zeigt die Auswertung von 2.380 Vergiftungsfällen mit einem starken Schmerzmittel.

„Kinder im Vorschulalter sind aufgrund ihres geringen Körpergewichts und ihrer Neugier besonders gefährdet. So können Herz-Kreislauf-Präparate wie Betablocker oder Schmerzmittel für sie lebensgefährlich werden. Häufige Vergiftungsanzeichen sind eine fehlende Reaktion auf elterliche Ansprache und Berührung, Atemprobleme, eine starke Pupillenverengung, die auch im Dunklen bestehen bleibt, und Erbrechen“, erklärt Prof. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Medikamente sind nach Haushaltschemikalien die zweithäufigste Vergiftungsursache bei Kindern.

Erst den Notarzt, dann die Giftnotrufzentrale anrufen

In Deutschland müssen jährlich über 1.800 Kinder unter fünf Jahren aufgrund von Vergiftungen durch Arzneimittel, Drogen oder biologisch aktive Substanzen im Krankenhaus behandelt werden. Neben akuten Vergiftungserscheinungen wie Bewusstlosigkeit, Schock, Herz-Kreislauf-Stillstand und Atemstillstand können auch Spätschäden die Folge einer versehentlichen Medikamenteneinnahme sein – zum Beispiel Hirn-, Nerven-, Leber- oder Nierenschäden.

„Sollte Ihr Kind versehentlich eine Arznei eingenommen haben und Anzeichen einer Vergiftung zeigen, rufen Sie zuerst den Notarzt und holen Sie dann Rat bei einer Giftnotrufzentrale ein. Geben Sie Ihrem Kind aber niemals eigenmächtig Milch oder Salzwasser! Bewahren Sie – wenn möglich – die Originalpackung des Medikaments oder Reste der Substanz auf. Vielleicht können Sie auch erkennen, wieviel Ihr Kind davon genommen hat. Denn dies sind wichtige Informationen für die Ärzte“, rät der Experte. Weitere wichtige Angaben sind Alter und Gewicht des Kindes, wann und wo der Unfall passiert ist und ob das Kind unter irgendwelchen Grundkrankheiten leidet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.12.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.kinderaerzte-im-netz.de
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