Warnung vor dem Hunde

Immer wieder werden Kinder von Hunden gebissen. Was die Folgen sein können und wie Eltern nach einem Biss reagieren sollten.

Kind mit Hund © Thinkstock
(Berlin – 10.07.2013) Jedes zweite Kind wird bis zu seinem 18. Lebensjahr von einem Hund gebissen. Am häufigsten trifft es kleine Kinder bis zum Vorschulalter. In über 90 Prozent der Fälle stammt das Tier aus dem näheren sozialen Umfeld des Kindes, meist ist es der eigene Familienhund.

Die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) weist darauf hin, dass Eltern insbesondere kleine Kinder beim Umgang mit Hunden immer beaufsichtigen sollten. Ist es dennoch zu einer Bissverletzung gekommen, empfiehlt die DGKCH, mit dem Kind einen Arzt aufzusuchen und die Wunde – falls nötig – kinderchirurgisch versorgen zu lassen.

Auch kleine Wunden können Folgen haben

Im Jahr 2010 lebten in deutschen Haushalten 5,3 Millionen Hunde. Auch zwischen Kindern und vertrauten Hunden passiert es immer wieder, dass das Tier zuschnappt. Die meisten Bisse gehen glimpflich aus. „Doch auch hinter äußerlich eher kleinen und ungefährlich erscheinenden Wunden können sich in der Tiefe ausgedehnte Geweberisse und Quetschungen verbergen“, erläutert Professor Dr. med. Stephan Kellnar, Vorstandsmitglied der DGKCH.

Aufgrund ihrer kräftigen Kiefer sind auch kleinere Hunde in der Lage, schwere Verletzungen zu verursachen, die nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen sind. Falsch versorgt, drohten langfristige Schäden wie Funktionseinbußen besonders an Fingern und Händen und unnötig große Narben, sagt Kellnar.

Wichtig: Wundinfektionen vermeiden

Zudem gelte es, Infektionen zu verhindern: „Bei bis zu 20 Prozent der Hundebisse kommt es zu einer Wundinfektion“, erklärt der Experte. Krankheitserreger können in das Gewebe eindringen und Wundstarrkrampf, Gasbrand oder eine Blutvergiftung hervorrufen. „Außerdem muss geprüft werden, ob der Hund womöglich Tollwut hatte“, so Kellnar. Zwar gelte Deutschland seit 2010 als tollwutfrei. Doch die Krankheit sei in anderen Ländern noch teilweise verbreitet, sodass dieses Risiko nicht hundertprozentig auszuschließen sei.

Als erste Hilfe empfiehlt der Kinderchirurg, die Verletzung mit einer sterilen Kompresse oder einem Verband abzudecken. Eltern sollten keine eigenen Versuche unternehmen, die Wunde zu reinigen. Zur Abklärung des Tetanusschutzes sei es sinnvoll, den Impfpass des Kindes zum Arzt gleich mitzubringen.

Schlechte Erziehung bei vielen Hunden

„Babys und Kleinkinder müssen im Umgang mit Hunden immer beaufsichtigt werden“, mahnt Professor Kellnar. Vielen Hunden mangele es an Erziehung. Zudem können kleine Kinder die Signale von Vierbeinern noch nicht deuten. Eltern sollten sich auch von der Größe eines Hundes nicht täuschen lassen. Nicht nur große Hunde können Kindern gefährlich werden: „Auch ein kleiner Hund kann ein Kind schwer verletzen, wenn der Halter keine Kontrolle über sein Tier hat“, sagt Kinderchirurg Kellnar.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.07.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie
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