Kind, lass es stehen!

„Was auf dem Teller ist, wird aufgegessen!“ Diesen Satz hören viele Kinder. Doch das ist der falsche Weg, wie eine amerikanische Studie zeigt.

Kind beim Essen © Thinkstock
(Köln – 17.06.2013) Wenn Eltern Kinder zwingen, ihre Mahlzeit ganz aufzuessen, oder bestimmte Lebensmittel ganz verbieten, so hat das eher einen negativen als einen positiven Effekt. „Kinder sollten Reste von ihrer Mahlzeit liegen lassen dürfen, wenn sie satt sind. Denn wenn sie zum Aufessen gezwungen werden, kann dies später das Risiko für Übergewicht erhöhen“, sagt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder- und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). Er verweist dabei auf eine aktuelle amerikanische Untersuchung, die in „Pediatrics“ veröffentlicht wurde.

Elterliches Vorbild ist besonders wichtig

Als besonders streng erwiesen sich die Väter gegenüber ihren Söhnen, wenn es um das Leeressen des Tellers ging. „Dieses erzieherische Verhalten verhindert, dass Kinder auf ihr eigenes Hunger- beziehungsweise Sättigungsgefühl achten. Stattdessen lernen sie, sich von äußeren Einflüssen bestimmen zu lassen – zum Beispiel von einem zu üppigen Essensangebot. Besser ist es, Kinder zu gesundem Essverhalten zu ermuntern, Obst und Gemüse reichlich anzubieten und maßvolles Naschen zu erlauben. Besonders wichtig ist auch das elterliche Vorbild, an dem sich Kinder orientieren“, erklärt der Experte. Dürfen Kinder selbst wählen, sollten sie lernen, nicht wahllos Speisen auf ihrem Teller anzuhäufen, um sie dann stehen zu lassen. Stattdessen sollten sie lieber Nachschlag nehmen.

Bei Verboten tendieren Kinder zu Übergewicht

Ein weiteres Ergebnis der Studie war, dass Kinder, denen bestimmte Nahrungsmittel strikt untersagt wurden, bereits in der Kindheit zu Übergewicht tendierten. Vermutlich erscheine ihnen das Verbotene besonders verlockend, sodass sie gierig zugreifen, wenn sie die Gelegenheit dazu haben, so die Forscher.

Studienleiterin Katie Loth von der Universität Minnesota und ihre Kollegen werteten die Daten von über 2.200 Teenagern – die im Durchschnitt 14 Jahre alt waren – und deren Eltern aus. Die Daten stammten aus zwei umfangreichen Befragungen zum Thema „Jugend, Ernährung, Aktivität und Familie“.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.06.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.kinderaerzte-im-netz.de
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