Risiko HPV-Infektion

Neben Gebärmutterhalskrebs lösen sexuell übertragbare HP-Viren vermehrt auch Tumoren im Kehlkopf- und Analbereich aus. So beugen Sie vor.

Füsse unter Bettlaken © Thinkstock
(Bochum – 10.06.2013) Humane Papilloma Viren (HPV) können durch Sexualkontakte übertragen werden und in der Spätfolge Tumoren verursachen. Nicht jeder HPV-Typ ist gefährlich, doch Hochrisikotypen verbreiten sich zunehmend, immer häufiger durch Anal- und Oralverkehr. „Bei zirka 30 Prozent der bei uns in der Bochumer Immunologischen Ambulanz untersuchten Patienten können wir eine HPV-Infektion im Halsbereich nachweisen“, sagt Prof. Dr. Norbert H. Brockmeyer, Leiter des Zentrums für Sexuelle Gesundheit an der Bochumer Universitätsklinik.

Sexualpraktiken wandeln sich – zunehmend Männer von HPV betroffen

Ein Grund für die steigende Zahl von HPV-Erkrankungen, insbesondere im Halsbereich, liegt darin, dass sich die Sexualpraktiken ändern: Da HP-Viren zunehmend durch Oral- und Analverkehr übertragen werden, können sie nicht nur Tumoren am Gebärmutterhals der Frau auslösen, sondern auch im Anal- und Kehlkopfbereich. Daher sind zunehmend auch Männer betroffen.

HPV-bedingte Tumoren im Halsbereich scheinen allerdings besser auf eine Therapie anzusprechen als Karzinome, die beispielsweise durch Rauchen oder hochprozentigen Alkoholkonsum ausgelöst werden. Dennoch stellen sie eine wachsende Gefahr dar.

Infektion ohne Symptome – Prävention ist entscheidend

Da das HP-Virus sehr leicht übertragbar ist, zählt die HPV-Infektion in Deutschland neben Chlamydien-Infektionen zu den am weitesten verbreiteten sexuell übertragbaren Infektionen (STI). „Wichtig ist zu wissen, dass eine HPV-Infektion – ähnlich wie die meisten STI – symptomlos verläuft. Nur durch regelmäßige Untersuchungen lässt sich daher eine Infektion feststellen“, erklärt Brockmeyer.

Nicht selten entwickeln sich HPV-bedingte Tumoren erst 20 oder 30 Jahre nach der Infektion. „Unsere Präventionsbotschaft muss auf die Verwendung von Kondomen und eine erhöhte Impfbereitschaft abzielen“, empfiehlt der STI-Experte. Denn bei jedem neuen Sexualkontakt besteht das Risiko, sich mit HPV oder einer anderen sexuell übertragbaren Infektion anzustecken, wenn kein Kondom verwendet wird. Ob eine Infektion vorliegt, können Ärzte während einer dermatologischen, gynäkologischen oder urologischen Untersuchung testen. Junge Frauen und Männer sollten sich möglichst bereits im Kindesalter gegen HPV impfen lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.06.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: idw
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