Richtig handeln bei Luftnot

Kinder stecken gerne Kleinteile wie Münzen in den Mund. Bleiben diese in der Luftröhre stecken, ist schnelles Handeln angesagt. Was Eltern tun können.

Kind mit Münzen © Thinkstock
(Düsseldorf – 02.05.2013) Kleine Kinder nehmen gerne alles in den Mund, was sich in ihrer Nähe befindet. Etwa 75 Prozent aller Kinder, die etwas verschlucken, sind jünger als vier Jahre. Besonders häufig bleiben Münzen in der Speiseröhre stecken. Kleinteile wie Geldstücke, kleine Nahrungsstücke, Murmeln oder Bausteine sollten deshalb nicht in der Reichweite von kleinen Kindern herumliegen, da sie beim Verschlucken auch in die Luftröhre gelangen können.

Besonders gefährlich: scharfe Gegenstände und Knopfbatterien

„Sehr gefährlich sind scharfe Gegenstände wie Stecknadeln und Hühnerknochen oder Knopfbatterien sowie Magneten, da sie leicht innere Verletzungen verursachen. Aber auch trockene Hülsenfrüchte können starke Beschwerden auslösen, wenn sie im Körper aufquellen“, warnt Dr. med. Hermann Josef Kahl,Kinder- und Jugendarzt und Sprecher des Ausschusses Prävention und Frühtherapie beim Berufsverband der Kinder‐ und Jugendärzte (BVKJ). Eltern sollten dann rasch mit ihrem Kind zum Kinder‐ und Jugendarzt oder in eine Kinderklinik.

Bei Luftnot unbedingt den Notarzt rufen

Erbrechen, übermäßiger Speichelfluss, Husten und Würgen können Anzeichen dafür sein, dass ein Kind etwas verschluckt hat. „Wenn ein in der Luftröhre stecken gebliebener Fremdkörper die Atemwege blockiert und das Kind unter Luftnot leidet, handelt es sich um einen Notfall, bei dem der Notarzt gerufen werden muss!“, so Dr. Kahl.  

Einen Säugling mit akuter Luftnot sollten Eltern mit dem Kopf nach unten bäuchlings auf ihre Knie oder den Unterarm legen und mit der flachen Hand (Handballen) vorsichtig aber energisch zwischen die Schulterblätter klopfen, um den Fremdkörper loszurütteln. Hilft dies nicht, sollten sie das Kind auf einer festen Unterlage auf den Rücken legen und den Brustkorb fünfmal in der Höhe des unteren Brustbeins zusammendrücken (Thoraxkompression). Bleiben die Maßnahmen erfolglos, werden die Schritte wiederholt, bis der Notarzt da ist.

Bei Kindern ab einem Jahr kann der „Heimlich-Handgriff“ helfen

Ist das Kind größer (ab einem Jahr), sollten sie es mit dem Bauch auf den Schoß legen, sodass der Kopf und die Arme herunterhängen, und wie beim Säugling mit der flachen Hand mehrfach energisch zwischen die Schulterblätter klopfen, damit der Gegenstand wieder herausgespuckt wird. Auch der sogenannte „Heimlich‐Handgriff“ kann helfen: Dabei nehmen Eltern das Kind hoch, umfassen den Oberbauch mit beiden Armen von hinten und pressen mit beiden Händen mehrmals zwischen Nabel und Rippen (mit einer Aufwärtsbewegung).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.05.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Kinderärzte im Netz
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