Vergiftung – was tun?

Kurz nicht hingeschaut – und schon ist es passiert: Das Kind nimmt Putzmittel oder Medikamente in den Mund. Was Sie dann tun können.

Putzmittel © Thinkstock
(Berlin – 05.04.2013) Medikamente, Putzmittel oder Chemikalien sollten immer außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Zu groß ist die Gefahr, dass die Kleinen sich damit Schäden zufügen. Jährlich, so sagt Hermann Josef Kahl, Mitglied des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), vergifteten sich auf diese Weise deutschlandweit rund 19.000 Kinder. „Eltern können mit wenig Aufwand ihre Kinder im eigenen Haushalt vor Vergiftungen schützen“, betont er.

Was der Kinderarzt bei Vergiftungen empfiehlt

Hat das Kind sich trotz aller Vorsichtsmaßnahmen vergiftet, können Eltern – möglichst nach Absprache mit dem Arzt oder einer Giftnotzentrale – folgendes tun, empfiehlt Kahl:
  • Lassen Sie Ihr Kind Wasser, Tee oder Saft in kleinen Schlucken und Mengen trinken. Vor allem bei Säuren- und Laugenvergiftungen sollte dies so schnell wie möglich passieren. Lösen Sie auf keinen Fall Erbrechen aus! Und Vorsicht: Milch ist kein Gegengift, sondern beschleunigt in vielen Fällen die Giftaufnahme durch den Darm.
  • Ist Ihr Kind bereits bewusstlos, sollten Sie es unverzüglich zum Notarzt bringen. Nehmen Sie dann unbedingt auch die giftige Substanz oder Verpackung mit.
  • Besonders bei Verätzungen der Augen durch Säuren, Laugen und Kalk gilt: Sofort mindestens zehn Minuten unter fließendem kalten Wasser spülen, um noch vorhandene Säure- beziehungsweise Laugenreste so schnell wie möglich zu verdünnen und auszuspülen. Halten Sie die Augenlider dabei gut offen.
  • Ist die Haut des Kinds mit einer gefährlichen Substanz in Berührung gekommen, muss gegebenenfalls die benetzte Kleidung sofort entfernt und betroffene Hautpartien ausgiebig unter fließendem Wasser gespült werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.04.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: dapd
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