Endlich schwanger werden

In der Kinderwunschsprechstunde kann ungewollt kinderlosen Paaren geholfen werden. Dabei kommen verschiedene Behandlungsmethoden zum Einsatz.

Eine Eizelle wird künstlich befruchtet. © Thinkstock
(München – 11.10.2012) Wenn ein Paar Kinder bekommen möchte, ein Jahr lang keine Verhütungsmittel verwendet hat, regelmäßig Geschlechtsverkehr hatte und trotzdem keine Schwangerschaft eingetreten ist, dann sollte es in die Kinderwunschsprechstunde gehen, so Prof. Dr. Jan-Steffen Krüssel, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Universitärer Reproduktionsmedizinischer Zentren in der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Denn je früher mit der Ursachensuche begonnen wird, umso größer sind die Erfolgschancen.  

In der Kinderwunschsprechstunde bestimmt der Arzt den Hormonspiegel der Frau und untersucht Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke per Ultraschall. Außerdem ermittelt er beim Mann Zahl und Funktionsfähigkeit der Spermien.  

Findet der Arzt keine Auffälligkeiten, wird er per Ultraschall und Hormonanalysen bestimmen, wann der Eisprung genau stattfindet. Das Paar sollte dann noch ein- oder mehrmals versuchen, eine Schwangerschaft auf natürlichem Weg herbeizuführen. Die Chance dafür, dass bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr am Eisprung-Termin eine Schwangerschaft eintritt, liegt bei jüngeren Frauen etwa bei 20 Prozent. Das Paar sollte also durchaus mehrere Anläufe machen. Der Eisprung kann unter Umständen durch die Gabe von Hormonen unterstützt werden.

In-vitro-Fertilisation: entnommene Eizellen werden befruchtet

Bleibt eine Schwangerschaft weiterhin aus, gibt es weitere Stufen der Kinderwunschbehandlung. So kann das Sperma aufbereitet und direkt in die Gebärmutter gespritzt werden, nachdem vorher der Eisprung medikamentös ausgelöst worden ist.  

Die sogenannte „In-vitro- Fertilisation“ (IVF) wird durchgeführt, wenn die Eileiter verschlossen sind (oft durch unbemerkt abgelaufene Infektionen im Unterleib oder Verwachsungen nach Operationen) oder wenn die Zahl oder die Beweglichkeit der Spermien herabgesetzt ist. Dabei werden in einer zirka zweiwöchigen Hormonbehandlung mehrere Eizellen zur Reifung gebracht. Der Arzt punktiert mit einer feinen Nadel die Eibläschen im Eierstock (Follikel) und saugt die Eizellen ab. Die Lage des Eibläschens und der Nadel werden dabei von außen per Ultraschall kontrolliert. Die Eizellen werden unter optimalen Bedingungen mit den Spermien befruchtet. Ein Spermium kann auch unter Mikroskop-Kontrolle direkt in eine Eizelle hineingespritzt werden (intra-zytoplasmatische Spermium-Injektion, ICSI).  

Können keine Samenzellen aus dem Sperma gewonnen werden, ist es möglich, Hoden oder Nebenhoden zu punktieren und so Spermien zu entnehmen. Auch die Verwendung von Fremdsperma ist möglich. Fremde Eizellen dürfen in Deutschland jedoch nicht benutzt werden.

Geduld ist gefragt

Diese Behandlungen brauchen oft viel Zeit – ein Jahr ist kein ungewöhnlicher Zeitraum, bis entweder eine Schwangerschaft eingetreten ist oder die Kinderwunschbehandlung ergebnislos beendet wird. Je früher Paare ins Kinderwunschzentrum kommen, umso größer sind die Chancen, dass ihnen geholfen werden kann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.10.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: idw
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