Dem Babyblues vorbeugen

Nach der Geburt stellen viele Mütter ihre Bedürfnisse hinten an, um sich um das Kind zu kümmern. Zeitmanagement und Freiräume schützen vor Überforderung.

Mutter mit Baby © Thinkstock
(Saarbrücken – 18.09.2012) Endlich ist das Baby da. Nach neun Monaten Vorfreude wollen Mütter den kleinen Erdenbürger rundum genießen. Doch das ist nicht immer so leicht: „Ein Baby verändert das Leben für viele Mütter sehr stark“, weiß Sabine Angermeer, Dozentin an der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement in Saarbrücken. Die eigenen Bedürfnisse rücken in den Hintergrund, alles dreht sich plötzlich um das kleine Kind. „Das kann auch mal anstrengend sein“, so die Expertin. Sie rät Frauen, sich frühzeitig mit dem Thema „Zeitmanagement“ zu befassen und Hilfe anzunehmen.

Wenn alles zu viel wird

Das Baby schreit, will gewickelt, gefüttert und getröstet werden: „Im Streben, alles für das Kind zu tun, stellen viele Mütter ihre eigenen Bedürfnisse in den Hintergrund“, sagt Angermeer. Die Devise lautet: Erst das Kind, dann ich. Kommen dann noch Haushalt oder Beruf hinzu, fühlen sich viele Frauen irgendwann von den anfallenden Aufgaben regelrecht erschlagen. Es wird alles zu viel. „Dieser permanente Stress wird durch Schlafmangel und psychische Belastungen noch zusätzlich verstärkt.“

Freiräume schaffen und Aufgaben strukturieren

Auch Mütter brauchen Pausen. "Ich empfehle Frauen, sich regelmäßig Freiräume zuzugestehen“, so Angermeer. Für eine Stunde einen Babysitter buchen oder die Großeltern einspannen – in kleinen Auszeiten kann neue Kraft getankt werden. Auch eine Portion Gelassenheit ist wichtig: „Mütter sollten sich zugestehen, dass nicht immer alles perfekt sein muss.“ Um Haushalt und Co. stressfrei zu erledigen, ist ein Tages- oder Wochenplan, der den Alltag strukturiert, hilfreich. „So ein Überblick schützt vor dem Gefühl der Überforderung“, erklärt die Expertin. Auch To-Do-Listen können helfen, sich zu organisieren.

Hilfe annehmen und das Wesentliche wahrnehmen

In den ersten Wochen nach der Geburt ist Hilfe das A und O: „Nehmen Sie die Unterstützung von Familie, Freunden oder auch Nachbarn ohne schlechtes Gewissen an“, rät Angermeer. Voraussetzung ist dabei immer, dass man die Hilfe auch benötigt: „Sagen Sie nicht nur aus Höflichkeit Ja. Auch Nein-Sagen kann Stress reduzieren, wenn die angebotene Hilfe eher eine Belastung darstellt.“  

Wichtig ist, sich auf die wesentlichen Dinge konzentrieren zu können, anstatt tausend Dinge gleichzeitig machen zu wollen. „Oft neigen Frauen dazu, alles Mögliche gleichzeitig erledigen zu wollen und geraten gerade dabei unter Druck“, erklärt die Expertin. Das Wichtige im Leben wahrnehmen und umsetzen und das Unwichtige hinten anstellen – wer Prioritäten setzt, kann für große Erleichterung sorgen.

Freie Hände helfen

Gerade für Mütter, die nicht nur ein Kind haben, ist es oft schwierig, neben dem Baby auch noch die Bedürfnisse der größeren Kinder zu befriedigen. „Hier kann ein Tragetuch oder eine Rückentrage eine große Entlastung sein“, schlägt Angermeer vor. Denn: Wenn das Baby auf dem Rücken getragen wird, sind die Hände frei. „Das erleichtert den Umgang mit den Geschwisterkindern, ist aber auch für den Haushalt oder Sport sehr hilfreich.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.09.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
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