Auf Diabetes testen

Durch einen Zuckerbelastungstest kann Schwangerschaftsdiabetes früh erkannt und behandelt werden – seit diesem Jahr eine Kassenleistung.

Schwangere fasst sich an den Bauch. © Thinkstock
(Tübingen – 24.07.2012) Frauen in der Schwangerschaft können seit Anfang des Jahres einen Zuckerbelastungstest als Kassenleistung durchführen lassen – er ist jetzt auch Bestandteil der Mutterschaftsrichtlinien. Internisten und Gynäkologen wollen so Blutzuckererhöhungen in der Schwangerschaft vermeiden und das Risiko für bestimmte Geburtskomplikationen senken.

Der Zuckerbelastungstest – Schwangerschaftsdiabetes erkennen

„Wenn ein Schwangerschaftsdiabetes gut behandelt wird, verläuft die Schwangerschaft in der Regel ohne Komplikationen und die Frauen bringen ein gesundes Kind zur Welt“, heißt es im Merkblatt des Gemeinsamen Bundesausschusses vom März 2012. „Wir sind froh, dass diese Untersuchung jetzt nicht mehr nur bei Verdacht auf Diabetes in der Schwangerschaft durchgeführt wird, sondern routinemäßig bei jeder Frau in der 24. bis 28. Schwangerschaftswoche“ so Anita Hennige, Oberärztin an der Medizinischen Universitätsklinik Tübingen. Ein beginnender Schwangerschaftsdiabetes kann so rechtzeitig erkannt werden – bevor Komplikationen auftreten.

Ernährungsumstellung und Blutzuckermessungen

Viele Frauen sind nach einem auffälligen Zuckerbelastungstest sehr beunruhigt. Dabei ist die Therapie bei rechtzeitiger Diagnose vergleichsweise einfach: „Wir wissen, dass schon durch einfache Blutzuckermessungen und eine Umstellung der Ernährung das Risiko für Mutter und Kind erheblich gesenkt werden kann. Medikamente sind nur in Einzelfällen notwendig“, erklärt die Diabetologin.

Langzeitfolge: Erhöhtes Diabetesrisiko

Nicht vermeiden lässt sich durch die heutige Therapie eine Langzeitfolge für die Mütter: Frauen nach einem Schwangerschaftsdiabetes haben ein vielfach höheres Risiko später an einem dauerhaften Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken – obwohl die Blutzuckerwerte nach der Geburt erst einmal normal erscheinen. Risikofaktoren dafür sind Übergewicht, Diabetes mellitus Typ 2 in der Verwandtschaft und bestimmte genetische Veränderungen. Immer noch unklar ist, welche Frau tatsächlich ein erhöhtes Risiko hat und was sie tun kann, um es zu senken. Hier besteht noch Forschungsbedarf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.07.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: idw
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