Kein Sonnenbrand für Kinder!

Keine direkte Sonne für Kinder unter zwei Jahren, fordern Experten. Hautkrebs nimmt extrem zu und vor allem Sonnenbrand in der Jugend erhöht das Risiko.

Kind Sonnenbrille © Thinkstock
(Berlin – 10.07.2012) Die Sonnenschäden in der Kindheit bestimmen zum größten Teil das Lebenszeitrisiko für Hautkrebs. „Ein Sonnenbrand bei einem Erwachsenen hat in der Langzeitwirkung nicht so schlimme Folgen wie ein Sonnenbrand bei einem Kleinkind, das noch eine viel empfindlichere Haut hat“, erklärt Dr. Ulrich Fegeler, Kinder‐ und Jugendarzt sowie Bundespressesprecher des Berufsverbands der Kinder‐ und Jugendärzte (BVKJ).

Am besten im Schatten bleiben

Übermäßige Sonnenexposition in der Kindheit gehört zu den Hauptrisikofaktoren für die Entstehung von Hautkrebs. Denn Kinderhaut ist um ein Vielfaches dünner als die Haut von Erwachsenen und noch unzureichend pigmentiert. Deshalb ist auch für Kinder in Deutschland Sonnenschutz – durch Kleidung, Sonnenhut sowie ‐brille, Schatten und Sonnencreme – ein Muss. Und Kinder unter zwei Jahren sollten überhaupt nicht in die direkte Sonne.

„In seltenen Fällen können sogar schon Kinder und Jugendliche Hautkrebs entwickeln. Eltern sollten deshalb Muttermale ihres Kindes untersuchen lassen, wenn sie wachsen, eine asymmetrische Form haben, der Rand ungleichmäßig verläuft und die Farbe uneinheitlich erscheint“, rät Dr. Fegeler.

Hautkrebsrate hat sich versechsfacht

Sowohl das Melanom, der aggressive schwarze Hautkrebs, als auch andere Hautkrebsformen, wie der sich langsamer entwickelnde weiße Hautkrebs, haben in den letzten Jahrzehnten weltweit insbesondere unter der hellhäutigen Bevölkerung zugenommen. Eine bessere und schnellere Diagnose, mehr Aktivitäten im Freien, ein verändertes Klima, eine abnehmende Ozonschicht und eine höhere Lebenserwartung der Menschen spielen dabei vermutlich eine Rolle. Eine Studie1) untermauert die Forderung der Kinderärzte.

Amerikanische Pädiater beobachteten bei 18‐ bis 39‐Jährigen einen Anstieg der Melanome um das Sechsfache in den letzten 40 Jahren.


1)Johns Hopkins Medicine: Skin Cancer increasingly common in teens and young adults. Press Release; 5/8/2012

http://www.hopkinschildrens.org/Skin-Cancer-Increasingly-Common-in-Teens-and-Young-Adults.aspx
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.07.2012
  • Autor/in: vitanet.de-mp
  • Quellen: dapd
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