Diagnose: gebrochenes Herz

Liebeskummer ist eine Qual für Körper und Seele. Der eine verkriecht sich, der andere versucht ihn zu ignorieren. Was bei einem gebrochenen Herzen hilft.

Deprimierte Frau © Thinkstock
(Berlin/Passau – 26.04.2012) Nichts schmeckt mehr, die ganze Welt wirkt grau und an Schlaf ist nicht zu denken – Liebeskummer ist eine Qual für Körper und Seele. Wer von einem geliebten Menschen verlassen wird, weiß oft nicht wohin mit seinem Leid. Einige verkriechen sich, ringen allein mit ihrem Kummer und versinken in Einsamkeit. Andere wollen tapfer sein und blenden den Schmerz aus, bis er sie erneut übermannt. Doch es gibt Auswege aus der Tristesse, sagen die Expertinnen Silvia Fauck und Marion Lang. Ihre Erfahrungen zeigen: Wer sich dem Herzschmerz stellt, kann lernen, das Leben wieder selbst zu gestalten.

Liebeskummer kann krank machen

Ein gebrochenes Herz kann sogar schwerwiegende körperliche Folgen haben. „Wen es erwischt hat, der kann richtig krank werden. Das reicht von Migräne über Magen-Darm-Probleme oder Depressionen bis hin zum Herzinfarkt. Das ist mittlerweile auch in Deutschland als Broken-Heart-Syndrom anerkannt“, erklärt die psychologische Beraterin Silvia Fauck aus Berlin, nach deren Konzept Liebeskummer-Praxen in ganz Deutschland arbeiten.


Der wichtigste Schritt für Liebeskummergeplagte ist demnach, sich den Herzschmerz einzugestehen. Erst dann kann neues Selbstwertgefühl gebildet werden und das Vertrauen wachsen, dass wieder eine neue Beziehung entstehen kann. Doch auch die schmerzhaften Erkenntnisse sind wichtig und wertvoll: „Mit dem Schmerz teilen wir uns selbst etwas mit. Dem sollten wir uns öffnen“, sagt Liebeskummerberaterin Marion Lang aus Passau.

Zuerst um sich selbst kümmern

Nach den Erfahrungen von Silvia Fauck hat Liebeskummer ein Image-Problem. „Die Leute sehen ihn immer noch als Schwäche an“, sagt die psychologische Beraterin. Tapferkeit ist für beide Expertinnen in dieser ersten Liebeskummerphase jedoch fehl am Platz. „Erlauben Sie sich, erst einmal durchzuhängen“, rät Silvia Fauck. „Kein Mensch muss in der Situation stark sein, das bildet man sich nur ein.“ Zunächst sollten Liebeskummerkranke sich um sich selbst kümmern. „Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, sein eigener bester Freund zu sein“, sagt Marion Lang. Sport und Entspannung können ebenso helfen wie ein neuer Haarschnitt oder die Umgestaltung der Wohnung – auch um alte Erinnerungen loszuwerden.

Gut gemeinte, aber wenig hilfreiche Sprüche wie „Kopf hoch!“ oder „Sei froh, dass du ihn los bist!“ sollten sich Freunde und Angehörige verkneifen – und falls sie doch fallen, sollten Betroffene sie einfach überhören. „Da kann man nur versuchen, ein bisschen Verständnis zu wecken. Wenn das nicht hilft, sollte man sich nicht unverstanden und verzweifelt zurückziehen, sondern eine einfühlsame und fachliche Unterstützung in Anspruch nehmen“, sagt Marion Lang. Oft rühren solche Sprüche aber auch daher, dass die Ratgeber selbst hilflos sind. „Als Familienmitglied oder Freund fällt einem manchmal nichts anderes ein. Man will den besten Kumpel oder die Tochter nicht leiden sehen“, sagt Silvia Fauck. Freunde und Familie sollten am besten einfach da sein und ihre Hilfe anbieten. „Auch wenn man immer wieder hört: 'Nein danke, ich komme schon zurecht' – immer wieder anrufen und nachfragen.“

Racheakte sind keine Lösung

Und wie geht es weiter mit dem Ex-Partner – Freunde bleiben? „Darauf sollte man auf keinen Fall hereinfallen“, sagt Silvia Fauck. Denn wer hofft, den Ex-Partner über die Freundschaftsschiene wieder zurückzuerobern, riskiert, daran zugrunde zu gehen. „Wenn der eine Freundschaft meint und der andere noch tiefere Gefühle hat, ist von vornherein klar: Da bleibt einer auf der Strecke.“ Auch von Racheaktionen oder Lästereien raten die Expertinnen ab. „Das tut nur für fünf Minuten gut“, weiß die psychologische Beraterin Silvia Fauck. „Danach schämt man sich in Grund und Boden.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.04.2012
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: dapd
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