Fieber: Wann behandeln?

Viele Eltern sind unsicher, was zu tun ist, wenn ihr Kind Fieber hat. Bei bestimmten Anzeichen sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Frau prüft Fieber bei ihrem Kind © Thinkstock
(München – 10.02.2012) Wenn das Kind krank ist und Fieber hat, sind Eltern oft verunsichert, was zu tun ist: Sollte man am besten gleich Medikamente wie Fieberzäpfchen geben? Und wann wird Fieber wirklich gefährlich?

Berthold Koletzko von der Münchner Stiftung Kindergesundheit e.V. versteht die Ängste der Eltern: „Aus Sorge glauben viele, dass sie mit fiebersenkenden Medikamenten eingreifen müssen, sobald ihr Kind erhöhte Temperatur hat.“ Doch der Kinder- und Jugendarzt rät davon ab, zu früh etwas gegen Fieber zu unternehmen.

Fieber ist ein wirkungsvolles Mittel des Körpers im Kampf gegen Krankheitserreger. Die Immunreaktionen des Körpers laufen am besten bei Temperaturen zwischen 39 und 40 Grad ab. In diesem Temperaturbereich arbeiten Immunzellen am effektivsten. Wer diesen Prozess mit fiebersenkenden Mitteln frühzeitig unterbindet, schränkt damit laut Koletzko auch die Selbstheilungskräfte des Körpers ein.

Wadenwickel und viel trinken

Wer hohes Fieber hat, dem sieht man es meistens auch an: Der Kopf und der Körper sind heiß, die Wangen rot und die Augen glasig. Auch wenn Fieber der Krankheitsbekämpfung dient, stellt es auf Dauer eine starke Belastung für den Organismus dar. Einige Behandlungsmaßnahmen sollten daher unbedingt ergriffen werden. So müssen fiebernde Kinder beispielsweise viel trinken. Denn durch das Schwitzen bei Fieber verliert der Organismus viel Wasser und Mineralstoffe.

Des Weiteren bieten sich klassischen Hausmitteln an, um das Fieber erträglicher zu machen. „Wadenwickel sind zum Beispiel ein hilfreiches Mittel“, erklärt Tim Niehues, Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin am HELIOS Klinikum Krefeld.

Wann zum Arzt?

Auch Tim Niehues ist der Meinung, dass Fieber zunächst einmal eine gesunde Reaktion des Körpers ist und nicht unmittelbar mit Medikamenten bekämpft werden sollte.

Dauert das Fiebern aber länger als einen Tag, sollte das Kind in jedem Fall dem zuständigen Kinderarzt vorgestellt werden. Leiden Babys unter Fieber, darf kein Tag abgewartet werden. Mit ihnen sollten Eltern sofort zum Arzt gehen.

Auch wenn kleinere Kinder nicht mehr trinken wollen, plötzlich deutlich mehr schlafen oder Symptome der Austrocknung zeigen, sollte man nicht zögern und einen Arzt aufsuchen. „Ernstzunehmende Begleitsymptome sind auch Bauchkrämpfe, Ohrenschmerzen oder Atmungsbeschwerden“, erläutert Berthold Koletzko.

Der behandelnde Arzt entscheidet dann, ob Arzneimittel gegeben werden. „Es ist immer sinnvoll, die Gabe von fiebersenkenden Medikamenten mit dem Arzt zu besprechen“, sagt Tim Niehues.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.02.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: dapd
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