Regelschmerzen behandeln?

Beschwerden vor oder während der Regelblutung kennt fast jede Frau. Bei welchen Symptomen sollte man einen Arzt aufsuchen?

Frau leidet an Regelschmerzen. © Thinkstock
(München – 20.01.2012) Wenn es im Unterbauch zieht, der Rücken schmerzt, der Bauch gebläht ist und die Stimmung gereizt – dann sind das bei Frauen oft Anzeichen für die beginnende Regelblutung. Und meistens kein Grund zur Beunruhigung. „Frauen sollten aber achtsam bleiben“, rät Christoph Keck, Gynäkologe am Endokrinologikum Hamburg. Denn starke Schmerzen oder ungewöhnliche Beschwerden können auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen.

Körper und Psyche sind betroffen

Am häufigsten treten das sogenannte Prämenstruelle Syndrom (PMS) und die Dysmenorrhoe auf. PMS betrifft einen Großteil der Frauen. Sie leiden dann unter vegetativen und psychischen Beschwerden wie Müdigkeit, Heißhunger, Kopfschmerzen, schmerzhaft geschwollenen Brüsten oder schlechter Laune. Darüber hinaus kann es zu Übelkeit, Migräne und sogar depressiven Verstimmungen kommen. „Diese Beschwerden treten regelmäßig kurz vor der Regelblutung auf und verschwinden mit Beginn der Menstruation wieder“, erklärt Christoph Keck.

Die Beschwerden bei der Dysmenorrhoe empfinden Frauen wie Rückenschmerzen, aber auch als dumpfe oder bohrende Bauchschmerzen, die meist am ersten und zweiten Blutungstag am stärksten sind.

Zyklustagebuch führen

Beschwerden während der Regel sollten jedoch einen bestimmten Grad nicht übersteigen: Wer feststellt, dass die Schmerzen die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen oder Sexualität und Partnerschaft darunter langfristig leiden, sollte etwas dagegen unternehmen.

Auch ohne ersichtlichen Grund ausbleibende oder lang anhaltende Blutungen, die nicht zum normalen Zyklus passen, sind ein Grund, einen Arzt aufzusuchen. Da es mindestens zehn unterschiedliche Arten von Menstruationsstörungen gibt, empfiehlt Keck betroffenen Frauen, ein Zyklustagebuch zu führen. „Die Ursache der Schmerzen oder des gestörten Zyklus sollte gefunden und therapiert werden“, betont der Mediziner. Eine ausgeprägte Dysmenorrhoe könne auf ernsthafte Erkrankungen wie Gebärmuttergeschwülste hinweisen.
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