Arzneisäfte richtig dosieren

Bei Eltern sind Arzneisäfte gegen Husten, Schmerzen oder Fieber sehr beliebt, denn meist mögen Kinder sie gerne. Doch oft werden sie nicht genau dosiert.

(Hamburg/Berlin – 06.12.2011) Tabletten schmecken Kindern nicht und sind schwer zu schlucken, Zäpfchen oft mit Geschrei verbunden. Viele Eltern schwören deshalb auf Arzneisäften, wenn ihr Kind krank ist oder Schmerzen hat. „Die süßen Säfte gegen Schmerzen, Fieber oder Husten mögen Kinder gerne, werden allerdings von Eltern häufig mit dem Tee- oder Esslöffel dosiert“, sagt Erika Fink, Präsidentin der Bundesapothekerkammer in Berlin. „Diese Gabe ist aber sehr ungenau, kann sowohl zu einer Über- als auch zu einer Unterdosierung führen.“

Mal ist es Omas großer Silberlöffel, mal ein neues Besteck aus Edelstahl: „Es gibt keine einheitliche Löffelgröße, die Saftdosierung kann demnach sehr unterschiedlich ausfallen“, sagt die Expertin. Kinder brauchen zudem oft nur sehr kleine Mengen: „Es ist gesundheitlich sehr wichtig, hier exakt vorzugehen.“ So kann zum Beispiel eine Überdosierung von Schmerzsaft mit dem Wirkstoff Paracetamol zu Leberschädigungen beim Kind führen.

Fehldosierung des Arzneisafts kann schwere Folgen haben

Sehr riskant für die Genesung ist auch eine Fehldosierung bei Antibiotikasäften. Bei einer Unterdosierung kann es zu Resistenzen, bei einer Überdosierung zu schwerwiegenden Nebenwirkungen kommen. Erika Fink rät deshalb dazu, immer genau nach Packungsanleitung zu dosieren. Leider sei das jedoch auch häufig mit dem beiliegenden Dosierlöffel oder - becher schwer möglich. „Eine amerikanische Studie bei 300 Familien hat gezeigt, dass man sich mit Löffel oder Becher um bis zu 40 Prozent verschätzt.“ Mal rutscht der Flascheninhalt zu schnell auf den Löffel, mal sieht man die Abmessungslinie am Becher nicht genau.

Spritze hilft bei der richtigen Dosierung

Zur falschen Dosierung kann auch der beliebte Trick führen, Arzneisäfte einfach in den Abendbrei zu rühren, warnt die Expertin: „Kranke Kinder essen oft nicht alles auf, nehmen also gar nicht die volle Wirkstoffmenge ein.“ Die Expertin rät Eltern deshalb, eine Dosierspritze zu kaufen, die es günstig in jeder Apotheke gibt. Auf den Milliliter genau kann mit so einer Plastikspritze der Arzneisaft aus der Flasche gezogen werden. Gereinigt kann die Spritze immer wieder verwendet werden. Wenn ein Saft dem Kind überhaupt nicht schmeckt, ist es sinnvoller, mit dem Arzt Rücksprache zu halten, um eventuell ein anderes, schmackhafteres Präparat zu bekommen.

Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.12.2011
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: dapd
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