Hilfe bei schweren Beinen

Wassereinlagerungen in den Beinen treten oft gegen Ende der Schwangerschaft auf. Sie sollten nicht mit Medikamenten behandelt werden.

(Bad Wildbad – 23.11.2011) In den letzten Wochen und Monaten der Schwangerschaft schwellen bei vielen Frauen die Beine an. „Ödeme und Wasseransammlungen können sehr unangenehm sein“, sagt Ursula Jahn-Zöhrens vom Deutschen Hebammenverband e.V. Sie warnt aber davor, die Wasseransammlungen medikamentös oder mit ausschwemmenden Tees zu therapieren.

Auch wenn entsprechende Produkte freiverkäuflich in Drogerien und Apotheken zu erwerben sind: „Ich rate davon ab, entwässernde Heiltees zu trinken“, sagt die Hebamme aus Bad Wildbad im Schwarzwald. Die Heißgetränke aus Brennnesseln, Heublumen oder Mate-Extrakten treiben nicht nur das Wasser aus dem Gewebe, sondern können auch dazu führen, dass vermehrt Mineralstoffe aus den Zellen geschwemmt werden. Ein Elektrolytmangel sei aber gerade in der Schwangerschaft unbedingt zu vermeiden, erklärt Jahn-Zörens.

Ein Mix aus Ruhe und Bewegung

Frauen, die unter schweren Beinen leiden, könnten durch einen gezielten Mix aus Ruhe und Bewegung Linderung erreichen. Zunächst sei es wichtig, die Beine nachts etwas höher zu lagern, empfiehlt Jahn-Zöhrens: „Legen Sie einen Keil oder ein Kissen unter den Fußbereich der Matratze, so dass die Knöchel etwas höher als die Hüfte liegen.“

Auch tagsüber kann eine regelmäßige Hochlagerung der Beine helfen, dass überschüssige Wasser abfließen zu lassen. „Durch gezielte Bewegungen der Beine und Füße kann der Transport über die Lymphbahnen zusätzlich angeregt werden“, erklärt die Hebamme. Ihr Tipp: „Setzen Sie sich mit ausgestreckten Beinen auf einen Stuhl und beschreiben Sie mit dem ganzen Bein große Kreise aus dem Hüftgelenk oder beugen und strecken Sie die Beine kräftig.“ Die Übung sollte aus einer stabilen Sitzhaltung heraus gemacht werden. Auch regelmäßiges Treten in kaltem Wasser, zum Beispiel in der Badewanne, kann die Beschwerden lindern.

Bei stärkeren Wasseransammlungen, wenn zum Beispiel die Knöchel dick werden, ist es ratsam, sich vom Gynäkologen beraten zu lassen. Dieser kann beispielsweise Kompressionsstrümpfe verschreiben. Die engen Strümpfe, die eigentlich zur Thromboseprophylaxe gedacht sind, können ebenfalls für Erleichterung sorgen. „Es ist aber ganz wichtig, dass diese Strümpfe in der Apotheke oder im Sanitätshaus individuell ausgemessen und angepasst werden“, betont Ursula Jahn-Zöhrens.
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