Zöliakie: Folgeerkrankungen vermeiden

Zöliakiepatienten sollten auch dann Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, wenn sie beschwerdefrei sind. So lassen sich Langzeitfolgen verhindern.  

Zöliakiepatientin bei der Kontrolluntersuchung © iStock
(Stuttgart – 21.09.2017) Wer an Zöliakie leidet, sollte auch dann regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, wenn er gerade keine Beschwerden hat. Zwar lässt eine strikte glutenfreie Ernährung die für Zöliakie typischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall und Müdigkeit meist schnell abklingen. Um mögliche Folgeerkrankungen und Spätschäden auszuschließen, sind jedoch einmal jährlich Untersuchungen beim Facharzt ratsam.

Unterversorgung mit Nährstoffen durch die Zöliakie

Eine unbehandelte Unverträglichkeit gegen Gluten kann neben akuten Beschwerden auch zu schweren Langzeitfolgen führen. Durch die dauerhafte Entzündung der Dünndarmschleimhaut werden Nährstoffe nicht mehr ausreichend aufgenommen. Die Folge ist meist eine Unterversorgung – zum Beispiel mit Eisen, Zink, Folsäure, Kalzium und Vitamin D. Die einzige Therapie stellt bislang der dauerhafte Verzicht auf Gluten dar, das sich in Getreide wie Weizen, Roggen, Gerste und Dinkel verbirgt.  

„Bei Betroffenen, die strikt auf Lebensmittel mit dem Klebereiweiß verzichten, regeneriert sich die Dünndarmschleimhaut rasch wieder. Akute Beschwerden nehmen dann ab“, sagt Dr. Stephanie Baas, medizinische Beraterin der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG). „Einmal im Jahr stattfindende Kontrolluntersuchungen sind allerdings auch dann sinnvoll. Neben der Diagnose möglicher Folgeerkrankungen kann ein Facharzt bei Problemen mit einer glutenfreien Diät auch eine Beratung durch eine Ernährungsfachkraft empfehlen.“  

Besonders bei Kindern und Jugendlichen mit Zöliakie sind regelmäßige Untersuchungen notwendig, um durch Diätfehler und Nährstoffmangel bedingte Entwicklungsstörungen auszuschließen. Studien zeigen zudem, dass regelmäßige Verlaufskontrollen das Einhalten der Diät verbessern und damit zur Vermeidung von Folgeerkrankungen beitragen.

Regelmäßige Gewichtskontrolle und Blutuntersuchung

Diagnostizieren lässt sich eine Zöliakie durch Bluttests, die die Konzentration von Transglutaminase-IgA-Antikörpern überprüfen. Bei einem positiven Ergebnis sichert eine Dünndarmbiopsie die Diagnose ab. Im Rahmen regelmäßiger Kontrolluntersuchungen genügt in der Regel jedoch eine Gewichtskontrolle in Kombination mit einer einfachen Blutabnahme. Ist die Transglutaminase-IgA-Antikörper-Konzentration im normalen Bereich, kann man davon ausgehen, dass die glutenfreie Ernährung als Therapie anschlägt und sich die Dünndarmschleimhaut erholt.  

Regelmäßige Magenspiegelungen sind bei gutem Befinden und unauffälligen Antikörpern zur Kontrolle nicht notwendig. „Bei Zöliakiepatienten, die unter Knochenschmerzen leiden, empfiehlt sich jedoch eine Blutuntersuchung auf Vitamin D und Kalzium sowie eventuell eine Knochendichtemessung“, so Baas. „Wurde die Zöliakie über längere Zeit hinweg nicht behandelt, kann es durch den mit ihr verbundenen Nährstoffmangel zu Osteoporose kommen. Dies sollte rechtzeitig abgeklärt werden.“ Haben Betroffenen weitere ungeklärte Beschwerden, sind zusätzliche Tests notwendig. Dies muss je nach Situation individuell entschieden werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.09.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Zöliakie-Gesellschaft (DZG): Zöliakie: Langzeitfolgen durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen verhindern