Durchfall: Wann zum Arzt?

Meistens ist Durchfall harmlos. In manchen Fällen kann jedoch auch eine ernste Ursache dahinterstecken. Wann Sie zum Arzt gehen sollten.

Mann steht mit Klopapierrolle in der Hand vor der Toilette © iStock
(Gießen – 16.08.2017) Durchfall ist ein allgemein bekanntes Symptom, das sich meist gut mit Hausmitteln behandeln lässt. Manchmal verbirgt sich hinter den Beschwerden aber eine ernsthafte Erkrankung, die einen Arztbesuch nötig macht.

Stuhlgang: Wie viel ist normal?

Von Durchfall sprechen Mediziner bei drei oder mehr ungeformten Stuhlgängen pro Tag und/oder wenn der Stuhlgang ungewöhnlich flüssig ist. In den meisten Fällen verursachen Bakterien oder Viren akuten Durchfall. Bakterien werden dabei oft durch verdorbene oder verunreinigte Lebensmittel aufgenommen. Bei Viren spielt die Übertragung von Mensch zu Mensch eine größere Rolle.  

Langanhaltende und somit chronische Durchfälle können unter anderem aber auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Glutenunverträglichkeit, Erkrankungen von Bauchspeicheldrüse oder Schilddrüse und bei Krebserkrankungen vorkommen.

Besonders wichtig bei Durchfall: viel trinken

Bei Durchfall verliert der Körper Flüssigkeit. Viel zu trinken, ist deshalb besonders wichtig. Außerdem verliert der Körper Salz und Zucker, was ebenfalls wieder ersetzt werden muss. Geeignete Nahrungsmittel bei Durchfall sind beispielsweise Reis, Bananen, Zwieback, Tee und Brühe. Auf Kaffee, Säfte, Limonaden, Alkohol und fettige Speisen sollten Betroffene hingegen lieber verzichten. Es ist auch sinnvoll, Vollkornprodukte, Obst und Gemüse bei Durchfall zu meiden. Bei Bedarf gibt es in den Apotheken Trinklösungen, die eine genau festgelegte Menge an Flüssigkeit, Salzen und Zucker enthalten.  

Außerdem ist es wichtig, sich körperlich zu schonen und sehr auf Hygiene zu achten, um die Verbreitung von Krankheitserregern zu stoppen. Besonders entscheidend ist dabei, sich regelmäßige und gründlich die Hände zu waschen.  

Medikamente, die den Durchfall hemmen, sollten möglichst nur bei sehr starkem Durchfall zum Einsatz kommen – oder wenn etwa unterwegs für längere Zeit keine Toilette in der Nähe ist. Denn Durchfall ist eine sinnvolle Reaktion des Körpers und sorgt dafür, dass Krankheitserreger ausgeschieden werden.

Wann Sie mit Durchfall zum Arzt gehen sollten

Gefährlich wird es, wenn starker Durchfall für mehr als drei Tage anhält, blutig ist oder mit Fieber über 38 Grad Celsius einhergeht. Dann sind eine schwere Infektion oder andere Ursachen wahrscheinlich, die vom Arzt abgeklärt werden sollten.  

Auch wenn Sie in den Tagen oder Wochen vor dem Durchfall Antibiotika eingenommen haben, kann dies ein Hinweis auf einen gefährlichen Auslöser sein. „Wenn die normale Darmflora durch Antibiotika geschädigt wurde, können gefährliche Keime, die Überhand nehmen, Durchfall auslösen“, sagt Prof. Ahmed Madisch, Gastroenterologe im Klinikum Siloah. Auch in diesem Fall ist ein Arztbesuch ratsam.  

Für Menschen, die auf tägliche Medikamente angewiesen sind, kann Durchfall ebenfalls gefährlich werden. Bei ihnen kann der Durchfall dazu führen, dass die Medikamente nicht mehr vollständig aus dem Darm aufgenommen werden und deshalb auch nicht richtig wirken können. Betroffene sollten in diesem Fall ihren Arzt nach dem richtigen Verhalten bei Durchfall fragen.  

Auch bei Kindern ist besondere Vorsicht geboten. Für sie gelten nicht in jedem Fall die gleichen Empfehlungen wie für Erwachsene. Insbesondere können bestimmte gefährliche Keime bei Kindern häufiger vorkommen als bei Erwachsenen. Ein Arztbesuch ist deshalb auch in diesem Fall sinnvoll.  

Ein weiterer Fall, in dem Sie zum Arzt gehen sollten: Wenn Sie unter chronischem Durchfall leiden – das heißt, wenn er länger als drei bis vier Wochen anhält.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.08.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Gastro-Liga: Durchfall: Kann das gefährlich sein?