Neue Zahlen zu Krebs in Deutschland

Das Robert Koch-Institut hat aktuelle Zahlen über Krebs in Deutschland veröffentlicht. Sie zeigen, dass die Erkrankungsraten für viele Krebsarten sinken, obwohl die Gesamtzahl der Krebserkrankungen steigt.

Bunte Krebs Schleifen © iStock
(Berlin – 27.01.2020) Nach einer neuen Schätzung des Robert Koch-Instituts wurden 2016 in Deutschland rund 492.000 Krebserkrankungen diagnostiziert. Etwa die Hälfte der bösartigen Tumoren betrafen Brustdrüse (68.900), Prostata (58.800), Dickdarm (58.300) und Lunge (57.500). „Erfreulicherweise beobachten wir für viele Krebsarten eher rückläufige Erkrankungsraten, aber trotzdem steigt die Gesamtzahl der Krebserkrankungen aufgrund der Alterung der Gesellschaft", sagt Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts. Daher wird für das Jahr 2020 eine Zunahme der neudiagnostizierten Krebserkrankungen auf rund 510.000 Erkrankungsfälle prognostiziert.

Krebs – eine Haupttodesursache weltweit

Krebs gehört zu den Haupttodesursachen weltweit ebenso wie in Deutschland. „Die Krebsregistrierung als wichtige Public-Health-Aufgabe hat das Ziel, die Krankheitslast durch Krebs in der Bevölkerung zu verringern", sagt Wieler. Diese Daten machen steigende Erkrankungsraten bei einzelnen Krebsarten sichtbar, signalisieren Forschungsbedarf, decken Präventionspotentiale auf, überprüfen die Wirkung von Früherkennungsprogrammen oder Effekte von Präventionsmaßnahmen, wie zum Beispiel durch die Impfung gegen Humane Papillomaviren.

Was ist neu im Krebsregister 2020?

Erstmals enthält das Krebsregister vom Robert Koch-Institut Angaben zu Dünndarm- und Analkrebs. Beide Tumorarten sind zwar relativ selten, zeigen zuletzt aber steigende Neuerkrankungs- und Sterberaten. Neu sind in dieser Ausgabe auch bundesweite Daten zur Verteilung nach Tumorstadium („UICC") und zur Überlebensraten in Abhängigkeit vom Tumorstadium zum Diagnosezeitpunkt. Die Überlebensaussichten (fünf Jahre nach Diagnose) sind in hohem Maße von der Art des Tumors abhängig. Sie reichen von unter 20 Prozent für bösartige Tumoren der Lunge, Leber und Bauchspeicheldrüse bis über 90 Prozent für das maligne Melanom der Haut, Hodenkrebs und Prostatakrebs.

Woher stammen die Zahlen, Daten und Fakten

Die zwölfte Ausgabe von „Krebs in Deutschland" beruht auf Daten der bevölkerungsbezogenen Krebsregister bis zum Jahr 2016. Alle Bundesländer haben mittlerweile eine flächendeckende Krebsregistrierung aufgebaut, dennoch können die Zahlen der Krebsneuerkrankungen in Deutschland nicht durch Zusammenzählen bestimmt werden, denn nach wie vor sind die einzelnen Register zu einem unterschiedlichen Grad vollzählig, weshalb die Zahlen im Bericht noch auf Schätzungen beruhen, allerdings ist inzwischen die Datenbasis deutlich breiter.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.01.2020
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts vom 17.12.2019: Neue Zahlen zu Krebs in Deutschland
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