Coronavirus: Was Krebspatienten beachten sollten

Was bedeutet die aktuelle Corona-Situation für Krebspatienten? Diese Verhaltensmaßnahmen sollten Betroffene treffen und welche Therapien sie keinesfalls verschieben sollten.

Frau hat Krebs zu Coronazeiten © iStock
(Heidelberg – 14.04.2020) Virusexperten gehen davon aus, dass es noch viele Monate dauern kann, bis in der Bevölkerung eine ausreichende Immunität gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 aufgebaut ist, die vor einer weiteren Verbreitung des neuen Corona-Virus schützt. Was bedeutet das für Krebskranke und ihre medizinische Situation? „Diese Frage beschäftigt gerade Tausende von Krebspatienten in Deutschland", sagt Prof. Dr. Michael Baumann, der Vorstandsvorsitzende des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).

Krebs schwächt das Immunsystem

Viele Krebspatienten leiden an einer Immunschwäche, bedingt durch die Erkrankung oder durch bestimmte therapeutische Maßnahmen: Es ist davon auszugehen, dass Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, schneller und möglicherweise auch schwerer erkranken als Gesunde. „Krebspatienten, die eine immunsupprimierende Therapie erhalten oder aufgrund ihrer Krebserkrankung immunsupprimiert sind, sollten die empfohlenen Verhaltens- und Hygieneregeln besonders konsequent beachten.“, sagt Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des DKFZ-Krebsinformationsdienstes. Dazu gehören unter anderem eine gute Händehygiene sowie der Abstand zu anderen Menschen. Experten empfehlen darüber hinaus, die Wohnung nur für die notwendigsten Erledigungen zu verlassen. Betroffene sollten Familie, Freunde oder Nachbarn um Unterstützung bitten, etwa wenn es um Einkäufe geht.

Krebstherapie während der Coronakrise verschieben?

Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) empfiehlt Betroffenen, eine geplante Krebstherapie nicht zu verschieben. Nur wer ein erhöhtes Infektionsrisiko hat, zum Beispiel nach Kontakt mit einem am Coronavirus Erkrankten, sollte den Nutzen und das Risiko der geplanten Therapie zusammen mit den behandelnden Ärzten abwägen. Individuell kann dann über die Verschiebung der Therapie entschieden werden, so die DGHO. „Pauschale Empfehlungen lassen sich nicht geben. Patientinnen und Patienten sollten diese Fragen möglichst rasch und individuell mit ihrem behandelnden Arzt klären", sagt Dr. Weg-Remers. Es gibt bei Krebs manchmal auch Erkrankungssituationen, in denen kein schnelles Handeln erforderlich ist und man warten kann. In anderen Fällen ist eine zeitnahe Behandlung geboten, um beispielsweise Heilungschancen nicht zu gefährden.

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Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.04.2020
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung vom Deutschen Krebsforschungszentrum in der Helmholzgesellschaft vom 13.03.2020: Coronavirus: Was Krebspatienten beachten sollten
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