Das Leben nach dem Brustkrebs: eine beruhigende Botschaft

Fünf Jahre nach der Diagnose und erfolgreichen Therapie von Brustkrebs entspricht die Lebensqualität weitestgehend wieder den Werten der Allgemeinbevölkerung – ermittelten Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). Allerdings leiden die Betroffenen signifikant stärker an anderen gesundheitlichen Problemen.

Jubelnde Frauen mit Brustkrebssticker © iStock
(Heidelberg – 06.07.2018) Über 70.000 Frauen erkranken in Deutschland an Brustkrebs – jedes Jahr. Dank großer Fortschritte in der Früherkennung und Therapie überleben heute deutlich über 80 Prozent die ersten fünf Jahre nach der Diagnose – Tendenz steigend. Die langfristige Lebensqualität nach einer Brustkrebstherapie wird also immer wichtiger.

Die Studie zur Lebensqualität nach Brustkrebs

Informationen über die Probleme und Bedürfnisse von Frauen nach einer erfolgreichen Brustkrebstherapie gab es bisher wenig. Deshalb untersuchte ein Team des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) die verschiedenen Aspekte der Lebensqualität – innerhalb von fünf Jahren nach der Diagnose – und verglich sie mit den Werten gleichaltriger Frauen der deutschen Allgemeinbevölkerung. Außerdem befragten die Wissenschaftler 190 dieser Frauen nach Problemen, Symptomen und ob sie mit vorhandenen Unterstützungsangeboten zufrieden waren.

Eine beruhigende Botschaft an Brustkrebspatientinnen

„Die Ergebnisse sind eine beruhigende Botschaft an Brustkrebspatientinnen: Auch wenn sie während der Behandlung unter deutlichen Einschränkungen der Lebensqualität leiden, so klingen die belastenden Symptome doch langfristig bei der Mehrheit wieder ab“, sagt Karen Steindorf, Leiterin der Studie.

Während der Krebstherapie selbst waren die allgemeine Lebensqualität sowie physische, emotionale, soziale, kognitive Funktionen erheblich eingeschränkt. Die Patientinnen litten auch mehr unter chronischen Erschöpfungszuständen – Fatigue, Schlafstörungen und finanziellen Sorgen als die Allgemeinbevölkerung. Nach fünf Jahren hatten sich die Werte – bei Patientinnen deren Tumor nicht gestreut hat – jedoch für fast alle Funktionen und Symptome wieder an die Normwerte angeglichen. 

Langfristig: Schlafprobleme, kognitive Beeinträchtigungen, Fatigue

„Andererseits zeigen die Ergebnisse deutlichen Handlungsbedarf für ein besseres und längerfristiges Management von Fatigue, Schlafproblemen, kognitiven Problemen, klimakterischen Problemen und Gelenkbeschwerden bei Brustkrebsüberlebenden.“, sagt Karen Steindorf.

So gaben nach fünf Jahren 39 Prozent der erkrankungsfreien Brustkrebsüberlebenden an, mäßig oder sehr an Schlafproblemen zu leiden. Das Erschöpfungssyndrom Fatigue – fast ein Viertel war davon betroffen – beeinträchtigte die Lebensqualität der Frauen am stärksten. Fatigue trat häufig zusammen mit psychischen Problemen, Schlafproblemen, Schmerzen oder Gedächtnisproblemen auf.

Ein weiterer häufiger Symptomkomplex umfasste hormonbedingte Probleme der Wechseljahre. Im Vergleich mit gleichaltrigen Frauen litten sie mehr an sexuellen Störungen – wie vaginaler Trockenheit, Reizungen, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Libidoverlust – Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen, Hitzewallungen, Osteoporose und psychischen Problemen.

Mehr Beratung gewünscht

Fast die Hälfte der befragten Frauen hätte sich über die Beschwerden, die nach der erfolgreichen Brustkrebstherapie auftreten können, mehr Beratung oder Therapieangebote gewünscht. Auch hinsichtlich des Verlusts an körperlicher Leistungsfähigkeit, Schlafproblemen, Gelenkbeschwerden, kognitiven Problemen, Gewichtsproblemen und Fatigue empfand über ein Drittel die Unterstützung als nicht ausreichend.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.07.2018
  • Autor/in: vitanet.de; kw
  • Quellen: Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrum vom 05.06.2018: Lebensqualität nach Brustkrebs.