Darmkrebsvorsorge wirkt

Darmkrebs ist einer der häufigsten Tumorerkrankungen. Seit Einführung der Vorsorgekoloskopie sind sowohl die Krankheits- wie auch Sterbefälle zurückgegangen.

Frauenhand auf Bauch © iStock
Darmkrebs ist bei Männern die dritthäufigste und bei Frauen die zweithäufigste Tumorerkrankung in Deutschland. Im Durchschnitt erkranken 167 Menschen pro Tag. Jedes Jahr rund 61.000 – so viele Betroffene, wie beispielsweise Einwohner in Rosenheim leben.

Vorsorgekoloskopie: Rückgang der Erkrankungs- und Sterbefälle

Bis 2008 war die Zahl der Neuerkrankungen gestiegen – seitdem geht sie sowohl bei Männern als auch bei Frauen leicht zurück. Auch die Prognose des Robert Koch-Instituts (RKI) geht von einem weiteren Rückgang in diesem Jahr aus. Bei der Anzahl der Sterbefälle ist ebenfalls ein leichter Rückgang zu sehen. Von zuletzt 25.512 auf nun 25.418 Tote.  

Diese positive Entwicklung wird vor allem auf die gesetzliche Darmkrebsvorsorge zurückgeführt. Hier hat insbesondere die Vorsorge-Darmspiegelung dafür gesorgt, dass Darmkrebs in zahlreichen Familien nicht zum Schicksalsschlag wurde. Seit Einführung der Vorsorgekoloskopie im Jahr 2002 haben bereits über 6,5 Millionen Menschen an dieser Präventionsmaßnahme teilgenommen. Dadurch konnten bis heute circa 120.000 Todesfälle und 250.000 Neuerkrankungen verhindert werden.  

„Die Früherkennung und -behandlung von Darmkrebs zählen zu den Maßnahmen, die nachweislich in der Lage sind, die Sterblichkeit auf Bevölkerungsebene zu senken“, so das Robert Koch-Institut im Bericht zum Krebsgeschehen in Deutschland 2016. Wird die Vorsorge dagegen so lange hinausgezögert, bis der Darmkrebs zu weit fortgeschritten ist, wird die Aussicht auf Heilung zunehmend schwieriger.

Darmkrebsvorsorge: Das zahlen die Kassen

Gesetzlich Versicherte ab 50 Jahren haben Anspruch auf einen jährlichen Test auf verstecktes Blut im Stuhl – den immunologischer Okkultbluttest. Ab 55 Jahren haben Versicherte Anspruch auf die Durchführung von zwei Darmspiegelungen im Abstand von mindestens zehn Jahren. Wer sich gegen die Darmspiegelung entscheidet, kann stattdessen alle zwei Jahre einen Stuhltest durchführen lassen.  

Liegt ein familiäres Risiko für Darmkrebs vor, kann eine Darmspiegelung bereits ab dem 25. Lebensjahr vorgenommen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen dann auch die Kosten im jüngeren Alter.

Darmspiegelung: 99 Prozent der Teilnehmer haben keinen Krebs

Bei der Darmspiegelung kann der untersuchende Arzt bereits Vorstufen von Darmkrebs früh entdecken und entfernen. Manche Menschen aber scheuen diese Untersuchung, weil sie die Diagnose Darmkrebs befürchten. Diese Angst ist unbegründet. Denn nur bei rund einem Prozent der Untersuchten wird tatsächlich Darmkrebs festgestellt. Und selbst diese Karzinompatienten befinden sich überwiegend – zu fast 70 Prozent - in einem frühen Erkrankungsstadium, so dass hier eine Heilung sehr erfolgsversprechend ist.  

Bei etwa sieben Prozent der Teilnehmer werden fortgeschrittene Adenome festgestellt – und entfernt, noch bevor sie zu Krebs entarten können.Neben weiteren Funden von noch nicht fortgeschrittenen Adenomen und harmlosen Polypen, bleibt somit für die Mehrheit der Teilnehmer an der Vorsorge-Koloskopie die Untersuchung ohne jeglichen Befund. Ihnen wird vielmehr ihre Gesundheit bestätigt. Eine erleichternde Gewissheit, mit der das Thema Darmkrebsvorsorge für die meisten Patienten damit erst einmal für einige Jahre „vom Tisch“ ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.03.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Anja Dolski
  • Quellen: Pressemitteilung der Felix Burda Stiftung: Darmkrebsmonat März: „Lass Darmkrebs nicht Dein Schicksal sein!“
  • Pressemitteilung der Felix Burda Stiftung: Darmspiegelung: 99 Prozent der Teilnehmer haben keinen Krebs.
  • Krebs in Deutschland für 2013/2014. Robert Koch-Institut. Zentrum für Krebsregisterdaten.
  • Hochrechnung der Felix Burda Stiftung auf Basis der ZI-Daten von 2003 bis 2012.
  • Daten des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland (Zi).