Sport bei Darmkrebs

Experten empfehlen Sport sowohl vor wie auch während einer Darmkrebserkrankung. Wie viel es sein sollte und was dabei zu beachten ist.

Eine Frau und zwei Männer machen Sport © iStock
(Ulm – 02.08.2017) „Regelmäßige körperliche Aktivität schützt nicht nur das Herz-Kreislauf-System, sondern reduziert nachgewiesenermaßen auch das Risiko, an Darmkrebs zu erkranken", sagt Dr. Dagmar Mainz vom Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen. „Was viele nicht wissen: Bewegung kommt den Patienten auch zugute, wenn sie bereits an Darmkrebs erkrankt sind.“

Wie viel Sport pro Woche?

Die Überlebenschancen von körperlich aktiven Darmkrebspatienten sind im Vergleich zu inaktiven Patienten rund 40 Prozent höher. Sie leiden weniger unter Erschöpfungssymptomen, fühlen sich leistungsfähiger und kommen auch psychisch mit ihrer Erkrankung besser zurecht. Ein Positionspapier der Stiftung LebensBlicke, die sich der Früherkennung von Darmkrebs widmet, empfiehlt Krebspatienten pro Woche 150 Minuten moderates oder 75 Minuten intensives Ausdauertraining. Selbst Krafttraining ist möglich.

Bewegungsprogramm individuell an den Patienten anpassen

„Natürlich muss ein Bewegungsprogramm an die individuelle Situation des Patienten angepasst werden“, erklärt Dr. Mainz. „Das hängt zum einen mit dem Gesundheitszustand zusammen, zum anderen sicher auch mit dem Alter des Betroffenen. Außerdem können besondere Umstände – zum Beispiel nach einer Operation – sportlichen Aktivitäten Grenzen setzen. Dennoch sollte jeder Darmkrebspatient im Rahmen seiner Möglichkeiten in Bewegung bleiben. Er wird davon profitieren.“

Warum Bewegung hilft, ist noch nicht ganz geklärt

Warum Mobilität vor Darmkrebs schützt, den Krankheitsverlauf abmildert und die Überlebenschancen verbessert, ist nicht endgültig geklärt. Die Mediziner haben Hinweise, dass die aktive Betätigung Entzündungsreaktionen im Körper abschwächt und dabei insbesondere Faktoren zur Neubildung von Blutgefäßen günstig beeinflusst. „Hier gibt es sicherlich noch Klärungsbedarf“, so die Expertin. „Aber schon jetzt kann kein Zweifel bestehen, dass die organisatorische und finanzielle Unterstützung von sportlichen Aktivitäten bei Darmkrebspatienten eine erfolgversprechende Maßnahme darstellt.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.08.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Niedergelassener Gastroenterologen Deutschlands: Aktiv gegen und mit Darmkrebs