Aluminium in Deos

Kann Aluminium in Deos Brustkrebs auslösen? Zwar kann eine neue Studie dies nicht definitiv beweisen, Entwarnung gibt sie aber auch nicht.

Frau benutzt Deo mit Aluminium © iStock
(Innsbruck – 14.06.2017) Viele Frauen sind besorgt, ob die Verwendung von Deodorants mit Aluminiumsalzen ihr Risiko, später an Brustkrebs zu erkranken, erhöhen könnte. „Wir wollten weitere Erkenntnisse dazu gewinnen und haben 209 Patientinnen mit Brustkrebs und eine gleich große Kontrollgruppe von Frauen im selben Alter ohne Krebserkrankung befragt“, erklärt Hanno Ulmer, Direktor der Sektion für Medizinische Statistik und Informatik der Medizinischen Universität Innsbruck. „In dieser Studie haben wir erstmals auch eine größere Serie von Gewebeproben aus der Brust auf ihre Aluminiumkonzentration hin untersucht“, sagt Nicole Concin, Professorin für Experimentelle Frauenheilkunde an der Innsbrucker Univ.-Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe und Co-Initiatorin der Studie. Bei 100 der befragten Brustkrebspatientinnen wurden im Rahmen einer Brustoperation Gewebeproben entnommen. Zusätzlich konnte in der Kontrollgruppe das Brustgewebe von 52 gesunden Studienteilnehmerinnen analysiert werden.

Häufige Nutzung von Alu-Deos erhöht das Brustkrebsrisiko

Die statistische Auswertung der Daten zeigt, dass vor allem Frauen, die angegeben haben, in jungen Jahren sehr häufig – also mehrmals täglich – Deodorants verwendet zu haben, ein erhöhtes Brustkrebsrisiko aufweisen. „Auch wenn von allen befragten Frauen nur sechs Prozent zu dieser Gruppe mit sehr häufiger Nutzung gehören, sind unsere Auswertungen statistisch signifikant“, so Caroline Linhart, Erstautorin der Studie von der Sektion für Medizinische Statistik und Informatik.

Ein weiteres Hauptergebnis der Studie ist, dass Frauen mit Brustkrebs eine signifikant höhere Aluminiumkonzentration im Brustgewebe aufweisen als nicht krebskranke Frauen der Kontrollgruppe. Dies gilt vor allem für Frauen mit Tumoren in Achselnähe. Ein definitiver Beweis, dass Aluminiumsalze krebsauslösend sind, liegt damit allerdings nicht vor. „Weitere Untersuchungen sind unbedingt erforderlich. Unsere Ergebnisse basieren auf reinen statistischen Korrelationsanalysen und es wurde kein ursächlicher Zusammenhang untersucht“, sagt die Gynäkologin Nicole Concin. Darüber hinaus geben die Autoren der Studie zu bedenken, dass die Ergebnisse auf retrospektiven Befragungen beruhen, weshalb Erinnerungsfehler nicht ausgeschlossen sind.

Studie kann keine Entwarnung geben

„Wir können keine Entwarnung geben, was die Verwendung von Deodorants mit Aluminiumsalzen angeht“, fasst Ulmer die Ergebnisse zusammen. Bis zur vollständigen Klärung der Bedeutung von Aluminiumsalzen als potentiell krebsauslösender Stoff empfehlen die Wissenschaftler einen sorgsamen Umgang mit Unterarmkosmetika, die Aluminium enthalten. Insbesondere wird empfohlen, im jungen Lebensalter auf einen übermäßigen Gebrauch zu verzichten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.06.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Medizinischen Universität Innsbruck: Innsbrucker Studie zu Aluminium und Brustkrebs veröffentlicht
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