Nüsse gegen Darmkrebs

Gute Nachrichten für Nussfans: Laut einer aktuellen Studie sollen Nüsse das Wachstum von Darmkrebszellen vermindern.

Frau mit Mandeln in der Hand © iStock
(Jena – 15.02.2017) Geröstet und gesalzen, gemahlen im Gebäck oder frisch geknackt direkt aus der Schale: Nüsse schmecken den meisten von uns. Doch sie können noch mehr als nur gut schmecken – sie reduzieren das Wachstum von Krebszellen im Darm. Das zeigt eine Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Nüsse kurbeln körpereigene Schutzmechanismen an

„Bereits seit Längerem wissen wir, dass Nüsse voller Inhaltsstoffe stecken, die gut sind für das Herz-Kreislauf-System, die vor Übergewicht oder Diabetes mellitus schützen“, sagt Ernährungswissenschaftlerin Dr. Wiebke Schlörmann. Auch ihre vor Darmkrebs schützende Wirkung deutet sich bereits in zahlreichen Studien an, so die Expertin. „Was wir bislang noch nicht im Detail wussten, ist, worauf die protektive Wirkung von Nüssen beruht.“ Auf diese Frage können Dr. Schlörmann und ihre Kollegen vom Lehrstuhl für Ernährungstoxikologie der Uni Jena nun konkrete Antworten geben.

Laut der Jenaer Studie beruht die gesundheitsfördernde Wirkung von Nüssen unter anderem darauf, dass die körpereigene Abwehr zur Entgiftung von reaktiven Sauerstoffspezies aktiviert wird. Solche Substanzen, die beispielsweise durch ultraviolette Strahlung oder verschiedene Chemikalien entstehen, können Zellschäden verursachen, die zur Krebsentstehung führen. „Der Körper verfügt aber über eine ganze Reihe von Schutzmechanismen, die reaktive Sauerstoffspezies unschädlich machen“, erklärt die Expertin. Diese, so haben die Jenaer Ernährungswissenschaftler nun gezeigt, werden durch Nüsse und ihre Inhaltsstoffe angekurbelt.

Fünf Nussorten untersucht

Untersucht haben die Forscher die Wirkung von insgesamt fünf verschiedenen Nusssorten: Macadamia-, Hasel- und Walnüssen sowie Mandeln und Pistazien. Dazu sind die Nüsse künstlich – im Reagenzglas – „verdaut“ worden. Die so entstandenen Verdauungsprodukte haben die Wissenschaftler anschließend auf ihre Wirksamkeit an Zelllinien untersucht. Dabei haben sie festgestellt, dass etwa die Aktivität der Schutzenzyme Katalase und Superoxiddismutase in den behandelten Zellen ansteigt. Außerdem wird durch die Verdauungsprodukte in den behandelten Krebszellen der sogenannte programmierte Zelltod induziert.

Was bewirkt das Rösten?

„Diese Wirkung haben wir bei allen untersuchten Nusssorten nachweisen können“, sagt Prof. Dr. Michael Glei, der die Studie geleitet hat. In einem nächsten Schritt wollen er und sein Team nun herausfinden, ob diese Schutzwirkung durch das Rösten der Nüsse beeinträchtigt wird. Da die meisten der untersuchten Nüsse vorwiegend geröstet verzehrt werden, lasse sich davon möglicherweise eine entsprechende Ernährungsempfehlung ableiten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Friedrich-Schiller-Universität Jena: Harte Schale – gesunder Kern
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