Tipps für Angehörige

Erhält ein Patient die Diagnose Krebs, fragen sich Angehörige zuerst, wie sie ihm helfen können. Doch sie sollten dabei sich selbst nicht vergessen.

Mutter mit erwachsener Tochter © iStock
(München – 08.02.2017) Eine Krebserkrankung belastet immer auch das Leben der Angehörigen. Ob der Partner, die Eltern, Kinder oder Geschwister – sie alle sind in unterschiedlicher Ausprägung von der Krankheit betroffen. Natürlich stellen sie sich zuerst die Frage: Was kann ich für den Betroffenen tun? Sie sollten sich aber zeitgleich fragen: Was kann ich für mich tun, um diese belastende Situation besser zu bewältigen? Denn viele Angehörige glauben, dass sie jetzt doppelt so stark sein müssten. Um den Erkrankten zu schonen, halten sie ihre Gefühle zurück oder verlieren eigene Bedürfnisse aus dem Blick. Das kann schnell überfordern. Damit es gar nicht erst so weit kommt, finden Sie hier fünf hilfreiche Tipps:

Tipp 1: Holen Sie sich Hilfe

Viele Angehörige sind sprachlos, wenn sie von der Diagnose erfahren. Aber ein dauerhafter Rückzug hilft niemandem. Haben Sie den Mut, sich zu öffnen. Suchen Sie sich jemanden, mit dem Sie offen über alles reden können. Das kann ein guter Freund sein, aber auch ein Psychoonkologe. So stehen Ihnen zum Beispiel in den Psychosozialen Krebsberatungsstellen der Deutschen Krebsgesellschaft qualifizierte, psychoonkologisch geschulte Sozialpädagogen, Psychologen und zum Teil auch Ärzte für Ihre Fragen zur Seite.

Tipp 2: Fragen Sie den Erkrankten nach seinen Wünschen

Viele Krebspatienten fühlen sich bereits durch die Therapie fremdbestimmt. Dann wird ein gutgemeinter Rat nach dem Motto „Tu dies nicht, mach das“ schnell als Bevormundung missverstanden. Betroffene möchten trotz allem „normal“ behandelt werden. Deshalb fragen Sie den Erkrankten am besten, was er im Alltag selbst erledigen möchte und wo er Hilfe braucht. Und wenn Sie sensible Themen ansprechen, formulieren Sie Ihre Wünsche in Ich-Botschaften (ich fühle mich…, ich wünsche mir…, ich frage mich…) – so beugen Sie Missverständnissen vor.

Tipp 3: Nehmen Sie Ihre eigenen Gefühle und Bedürfnisse ernst

Natürlich sorgen Sie sich um das Wohl Ihres Angehörigen – aber verlieren Sie dabei nicht Ihre eigenen Bedürfnisse aus den Augen. Fragen Sie sich: Wie geht es mir? Was möchte ich? Was tut mir gut? Und gönnen Sie sich ohne schlechtes Gewissen regelmäßige Auszeiten mit Freunden, beim Sport oder einem Hobby.

Tipp 4: Nutzen Sie die gemeinsame Zeit sinnvoll

Das Wertvollste, was Sie dem Betroffenen schenken können, ist Ihre Zeit. Gespräche und gemeinsame Erlebnisse verbinden und schenken Lebensfreude. Im Hier und Jetzt das Gute zu sehen, gibt Ihrem Leben Tiefe und Verbundenheit. Das kann Ihnen niemand mehr nehmen.

Tipp 5: Klären Sie drängende sozialrechtliche Fragen

Häufig können Krebspatienten nicht mehr voll arbeiten. Dann sind sie auf finanzielle Unterstützung angewiesen. Ist der Lebensunterhalt für die ganze Familie gefährdet, sollten Sie als Angehöriger klären, wie es finanziell weitergeht. Informationen über sozialrechtliche Unterstützungsmöglichkeiten erhalten Sie in den Beratungsstellen der Landeskrebsgesellschaften. Dort helfen Ihnen qualifizierte Fachkräfte dabei, sich rechtzeitig auf Veränderungen einzustellen und Maßnahmen zur finanziellen Absicherung zu treffen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.02.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Bayerischen Krebsgesellschaft: 5 Tipps für Angehörige von krebskranken Menschen
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