Infos lindern Angst

Eine Studie zeigt: Wenn Brustkrebspatientinnen gut über ihre Erkrankung informiert sind, werden sie weniger von Ängsten geplagt.

Frau im Gespräch mit einer Ärztin © Thinkstock
(Bonn – 06.06.2016) Eine gute Aufklärung über ihre Erkrankung kann die Lebensqualität von Patientinnen mit Brustkrebs deutlich steigern. Auf diesen Zusammenhang weisen Wissenschaftler der Universitäten Köln und Bonn sowie der Deutschen Krebsgesellschaft in einer aktuellen Studie hin. An der Studie nahmen insgesamt 445 Brustkrebspatientinnen im Alter von 65 bis 88 Jahren teil. Sie alle hatten sich gerade einer Brustkrebsoperation unterzogen.  

Die Teilnehmerinnen wurden kurz nach dem Eingriff und 40 Wochen später gebeten, einen Fragebogen zu ihrer Gesundheitskompetenz auszufüllen. Darin waren für die Forscher vier verschiedene Aspekte interessant: Wie leicht fiel es den Betroffenen, relevante Informationen zu ihrer Erkrankung zu finden? Konnten sie diese Informationen verstehen? Waren sie dazu in der Lage, ihre Vertrauenswürdigkeit zu beurteilen? Halfen ihnen die neuen Kenntnisse, Entscheidungen bezüglich ihrer Erkrankung zu treffen?

Je weniger informiert, desto größer die Angst

Gleichzeitig wurden die Patientinnen nach Ängsten im Zusammenhang mit ihrer Brustkrebsdiagnose befragt. Weitverbreitet ist etwa die Sorge, die Krankheit könne fortschreiten oder – nach Abschluss der Therapie – wiederkehren. „Bis zu 70 Prozent aller Brustkrebspatientinnen leiden unter solchen Ängsten“, erklärt Prof. Dr. Nicole Ernstmann, die am Universitätsklinikum Bonn im Bereich Gesundheitskommunikation forscht. Bei manchen Betroffenen wird die Furcht so massiv, dass sie therapiert werden muss.  

Eine wirksame Maßnahme gegen die Angst scheint den Ergebnissen der Studie zufolge eine gute Aufklärung der Patientinnen zu sein: Befragte mit einer geringen Gesundheitskompetenz gaben wesentlich häufiger zu Protokoll, im Zusammenhang mit ihrer Krankheit von Sorgen gequält zu werden. „Wir können Patientinnen unbegründete Ängste nehmen, indem wir sie besser über ihre Krankheit informieren“, so Ernstmann.  

Allerdings tun sich manche Betroffene schwer damit, im Gespräch mit ihrem Arzt einzuhaken, wenn sie etwas nicht verstehen. Sie wollen nicht dumm oder ungebildet wirken oder fürchten, die Geduld des Arztes zu strapazieren. Es sei in erster Linie Aufgabe des Mediziners, diesem Problem zu begegnen und eine vertrauensvolle Atmosphäre zu schaffen, sagt Ernstmann. „Wir haben zudem inzwischen eine Art Leitfaden entwickelt, den die Patientinnen mit in das Gespräch nehmen können und der die wichtigsten Fragen zur Brustkrebserkrankung aufgreift.“

Einen Vertrauten mit zum Arztgespräch nehmen

Die Expertin empfiehlt Brustkrebspatientinnen zudem, möglichst nicht allein in das Arztgespräch zu gehen, sondern einen guten Freund, den Partner oder einen Verwandten mitzunehmen. Erfahrungsgemäß hätten Begleitpersonen weniger Probleme damit, bei Unklarheiten nachzufragen oder noch offene Fragen anzusprechen. „Insgesamt zeigt unsere Arbeit, wie enorm wichtig eine angemessene medizinische Aufklärung für die Lebensqualität schwer kranker Menschen ist“, so Ernstmann.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.06.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Rheinischen Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn: Brustkrebs: Informationen lindern die Angst
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