Rechtzeitige Diagnose

Darmkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten Krebserkrankung. Je früher er erkannt wird, desto größer sind die Heilungschancen.

Frau beim Arzt © Thinkstock
(Bonn/Heidelberg – 01.03.2016) Heute beginnt der Darmkrebsmonat März: Mit rund 61.000 Neuerkrankungen pro Jahr ist Darmkrebs die dritthäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Je früher er erkannt wird, desto größer sind die Chancen auf eine Heilung.

Darmkrebs entwickelt sich meistens in einem schleichenden Prozess. Die gutartigen Vorformen, die sogenannten Polypen oder Adenome, lassen sich leicht operativ entfernen, sodass ein Tumor gar nicht erst entsteht. „Wichtigstes Ziel der Darmkrebsfrüherkennung ist es, die Zahl der tumorbedingten Todesfälle zu senken“, sagt Gerd Nettekoven von der Deutschen Krebshilfe. „Das Aufspüren eines Darmtumors in einem frühen Entwicklungsstadium ist dafür ganz entscheidend.“

Anspruch auf Früherkennungsuntersuchungen

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten zwei Untersuchungen zur Früherkennung der Krankheit an. Ab einem Alter von 50 Jahren können Frauen und Männer jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl vornehmen lassen. Ab 55 Jahren haben Krankenversicherte Anspruch auf eine erste Darmspiegelung (Koloskopie), die nach zehn Jahren wiederholt wird. Dabei handelt es sich um Früherkennung und Vorsorge zugleich, denn eventuell entdeckte Krebsvorstufen können bei der Untersuchung direkt entfernt werden.

Darmspiegelung zur Vorsorge zeigt Wirkung

2002 wurde die Darmspiegelung zur Vorsorge in das gesetzliche Krebsfrüherkennungsprogramm in Deutschland aufgenommen. Zwischen 2003 und 2012 sank die altersstandardisierte Darmkrebs-Neuerkrankungsrate in Deutschland um rund 14 Prozent, wie Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum nun berechneten. Der Rückgang zeigte sich am stärksten in den Altersgruppen ab 55 Jahren, für die die Untersuchung angeboten wird. Die altersstandardisierte Darmkrebs-Sterblichkeit sank um fast 21 Prozent bei Männern und sogar um über 26 Prozent bei Frauen.  

Die in der Studie beobachteten Muster sprechen dafür, dass die Vorsorgedarmspiegelung ganz wesentlich dazu beiträgt, die Darmkrebs-Neuerkrankungsrate und -Sterblichkeit in Deutschland zu senken. Nach den längerfristigen Erfahrungen aus den USA erwarten die Wissenschaftler, dass sich dieser Rückgang in den kommenden Jahren weiter deutlich fortsetzt und noch verstärkt.

Genetisches Risiko beachten

Eine wichtige Rolle spielt bei Darmkrebs das genetische Risiko – die Veranlagung, an Darmkrebs zu erkranken, kann auch innerhalb der Familie vererbt werden. Menschen, bei denen Darmkrebs häufig in der Familie auftritt, sollten bereits in jungen Jahren ein Früherkennungsprogramm beginnen. Bei den Zentren für familiären Hautkrebs können sich Interessierte bundesweit beraten lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.03.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe: Darmkrebs rechtzeitig erkennen
  • Pressemitteilung des Deutschen Krebsforschungszentrums: Darmkrebsmonat März: Deutlich weniger Neuerkrankungen und Todesfälle seit Einführung der Vorsorge-Darmspiegelung
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