Haarausfall bei Chemo

Vor allem Frauen belastet der Haarverlust bei einer Chemotherapie sehr. Bestimmte Maßnahmen können helfen, besser damit zurechtzukommen.

Seniorin mit kurzen Haaren © Thinkstock
(Bonn – 21.01.2016) Frauen belastet es besonders, wenn sie bei einer Chemotherapie ihre Haare verlieren. Bei chemotherapeutischen Medikamenten zur Behandlung von Brustkrebs ist diese Nebenwirkung besonders ausgeprägt. Je nach Behandlungsschema und individueller Veranlagung können Brustkrebspatientinnen während der Therapie nicht nur ihr Kopfhaar verlieren, sondern auch die Augenbrauen und Wimpern. Das ist mehr als ein kosmetisches Problem – viele Frauen leiden enorm unter der starken Veränderung ihres Erscheinungsbildes.

Auf den Haarverlust vorbereiten

Wichtig ist es, sich aktiv auf die Phase des Haarverlusts vorzubereiten. So lassen sich viele Patientinnen bereits vor Therapiebeginn eine Kurzhaarfrisur schneiden, um sich leichter an ihr verändertes Spiegelbild zu gewöhnen. Wer eine Perücke tragen möchte, sollte sich rechtzeitig bei der Krankenkasse erkundigen, in welcher Höhe sie die Kosten übernimmt. Immer mehr Frauen entscheiden sich gegen eine Perücke und zeigen ihren Kopf so, wie er ist, oder wählen bunte Kappen, Mützen, Hüte oder Tücher. Im Internet gibt es eine Vielzahl von Ideen und Anleitungen für die verschiedenen Bindetechniken. Schminktipps zum Kaschieren der fehlenden Wimpern und Augenbrauen können betroffene Frauen in Kursen oder aus Internetvideos lernen.

Milde Pflege verwenden

Durch den radikalen Haarausfall ist die Kopfhaut besonders empfindlich. Kopf und Haare sollten deshalb mit einem sehr milden Shampoo gewaschen und anschließend nur vorsichtig trockengetupft werden. Auf keinen Fall sollten Frauen während der Krebsbehandlung durchblutungsfördernde Shampoos oder Tinkturen verwenden. Da Chemotherapeutika und begleitende Medikamente die Durchblutung und das Gefäßwachstum bewusst hemmen, könnten solche Mittel den Behandlungserfolg gefährden. Zudem können sie den Haarausfall sowieso nicht aufhalten. Zur Pflege der trockenen Kopfhaut eignen sich unparfümierte Cremes oder Öle. Wichtig ist außerdem ein ausreichender Sonnenschutz.

Vitamin H für kräftiges Haar

Nach Abschluss der Behandlung ist vor allem Geduld gefragt. Haare wachsen etwa einen Zentimeter pro Monat – dieser Prozess lässt sich nicht beschleunigen. Es ist aber möglich, die Struktur des neuen Haars durch Einnahme von Vitamin H zu kräftigen. Da das sogenannte Haar- und Nagelvitamin nur auf nachwachsende Haare wirkt, kann es sinnvoll sein, bereits während der Chemotherapie eine Kur in Form von Vitamin-H-Tabletten durchzuführen. Dennoch sind die Haare und Haarwurzeln in den ersten sechs Monaten nach Beginn des erneuten Haarwachstums empfindlich. Dauerwellen, Färben und andere belastende Maßnahmen sind daher nicht zu empfehlen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.01.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Haut- und Allergiehilfe: Chemotherapie bei Brustkrebs – mit dem Haarausfall zurechtkommen
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