Gestiegener Beratungsbedarf

Seit Angelina Jolies Brustamputation informieren sich Frauen vermehrt: Für wen ist ein Brustkrebs-Gentest sinnvoll und was kommt danach?

Brust und DNA © Thinkstock/vitapublic GmbH
(München – 13.06.2013) Nachdem sich die US-Schauspielerin Angelina Jolie wegen eines stark erhöhten Krebsrisikos vorsorglich die Brüste amputieren ließ, sorgen sich auch viele Frauen in Deutschland. Sie möchten wissen, ob ihr Risiko für Brustkrebs ebenfalls erhöht ist. Die Beratungstermine in Brustkrebszentren sind deshalb für Monate ausgebucht. Doch für welche Frauen ist der Test überhaupt sinnvoll, wie funktioniert er und wann ist eine Amputation ratsam?

Vermehrt Anfragen in Brustkrebszentren

Angelina Jolie hat viele Frauen in Deutschland zum Nachdenken gebracht. Sie hatte sich nach Brustkrebsfällen in der Familie einem Gentest unterzogen, bei dem eine Mutation im BRCA1-Gen festgestellt wurde. Liegt eine solche Genmutation vor, ist das Risiko, an Brust- oder Eierstockkrebs zu erkranken, deutlich erhöht. Deshalb ließ sich die Schauspielerin vorsorglich beide Brüste amputieren und ging an die Öffentlichkeit, um auf das Thema aufmerksam zu machen.

Nun verzeichnen auch viele Brustkrebszentren in Deutschland einen gestiegenen Beratungsbedarf. Die Anfragen haben sich seit den Meldungen über Angelina Jolie in vielen Zentren verdoppelt, in einigen gar vervierfacht. Auch bei vielen Frauenärzten wird das Thema Brustkrebs momentan vermehrt thematisiert. Besonders sogenannte Hochrisikopatientinnen, bei denen in der näheren Verwandtschaft bereits mehrere Fälle von Brustkrebs aufgetreten sind, sind nun verunsichert, ob sie sich testen lassen sollten.

Gentest: nur für Risikopatientinnen und in speziellen Zentren

Nur für solche Risikopatientinnen ist es wirklich sinnvoll, sich testen zu lassen. „Als Screening, also als Reihenuntersuchung für jede gesunde Frau, ist der Test auf keinen Fall geeignet. Er ist vor allem etwas für Frauen, in deren Familien schon öfter Brustkrebs und/oder Eierstockkrebs vorkam“, erklärt das Deutsche Krebsforschungszentrum. Daneben können noch andere Kriterien ein Hinweis auf die Mutation sein – etwa wenn Frauen in der Familie vergleichsweise jung an Krebs erkrankt sind oder wenn ein Mann Brustkrebs hatte.
In Deutschland wird der Gentest ausschließlich in speziellen Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs angeboten – und erst nach einer ausführlichen Beratung. Denn die betroffenen Frauen sollten gut informiert sein und sich bewusst machen, ob sie das Ergebnis des Tests überhaupt wissen möchten. Sind die Voraussetzungen erfüllt und entscheidet sich die Frau für den Test, ist lediglich eine Blutprobe nötig. Die Kosten übernimmt die Krankenkasse.

Amputieren oder nicht?

Eine gute Beratung und Betreuung ist vor allem nach dem Test sehr wichtig. Denn liegt eine Mutation im BRCA1- oder BRCA2-Gen vor, muss die Frau entscheiden, wie es weitergehen soll. Zum einen besteht die Möglichkeit, sich – wie Angelina Jolie es getan hat – die Brüste vorsorglich amputieren zu lassen. Zum anderen können die Frauen jedoch auch an einem intensivierten Früherkennungsprogramm teilnehmen, bei dem die Brüste regelmäßig mithilfe von Magnetresonanztomografie (MRT), Ultraschall und Mammografie untersucht werden.

Bei den Eierstöcken werden die Experten den betroffenen Frauen um ihr 40. Lebensjahr zu einer Entfernung raten, wenn die Familienplanung abgeschlossen ist. Im Anschluss daran sinkt auch das Brustkrebsrisiko, da sich der Hormonstatus der Frauen verändert.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.06.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Deutsches Krebsforschungszentrum
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