Risikofaktor Schlafprobleme

Männer mit Schlafproblemen haben ein doppelt so hohes Prostatakrebsrisiko, zeigt eine Studie. Je schlafloser ein Mann ist, desto gefährdeter ist er.

Mann hat Schlafprobleme © Thinkstock
(München – 24.05.2013) BeiMännern, die unter Schlafstörungen leiden, erhöht sich das Risiko für Prostatakrebs um das Doppelte. Das zeigt eine isländische Studie, die in der Fachzeitschrift „Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention“ veröffentlicht wurde.

„Schlafprobleme sind sehr verbreitet in der modernen Gesellschaft und können negative Konsequenzen für die Gesundheit haben“, sagt Lara G. Sigurdardóttir von der University of Iceland in Reykjavik. „Über das erhöhte Brustkrebsrisiko von Frauen mit Schlafstörungen wird immer wieder berichtet. Aber über die mögliche Rolle von Schlafproblemen bei Prostatakrebs ist noch wenig bekannt.“

Studie mit über 2.000 Männern zwischen 67 und 96 Jahren

Sigurdardóttir und ihre Kollegen führten eine Studie mit über 2.000 Männern im Alter zwischen 67 und 96 Jahren durch. Diese mussten bei der Registrierung für die Studie Fragen zu Schlafstörungen beantworten – etwa ob sie Schlafmittel nehmen, schlecht einschlafen können oder nachts aufwachen. 8,7 Prozent der Teilnehmer litten demnach unter schweren Schlafproblemen, 5,7 Prozent sogar unter sehr schweren. Keiner der Männer hatte zu Beginn der Studie Prostatakrebs.

Je schlechter der Schlaf, desto höher das Risiko für Prostatakrebs

Das Forschungsprojekt lief über fünf Jahre. In dieser Zeit wurde bei 6,4 Prozent der Teilnehmer Prostatakrebs diagnostiziert. Bei der Auswertung der Daten stellten die Forscher fest, dass das Risiko für einen Tumor an der Prostata bei Männern mit Schlafstörungen im Vergleich zu jenen ohne um das 1,6- bis 2,1-fache erhöht war. Außerdem zeigte sich: Je schlechter der Schlaf, desto gefährdeter waren die Männer. Bei Teilnehmern mit sehr schweren Schlafproblemen lag das Risiko für eine fortgeschrittene Tumorerkrankung mehr als dreimal so hoch.

Laut Sigurdardóttir ist eine größere Studie mit längeren Beobachtungszeiten notwendig: „Sollten unsere Ergebnisse bestätigt werden, könnte Schlaf ein möglicher Angriffspunkt sein, um das Prostatakrebsrisiko zu senken.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.05.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: American Association for Cancer Research (AACR): Sleep problems may increase risk for prostate cancer
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung