Unbekanntes Screening

Deutsche über 35 haben alle zwei Jahre das Recht auf ein Hautkrebs-Screening. Doch das weiß nur die Hälfte der Versicherten, nur etwa ein Drittel nimmt teil.

Lupe über der Hand © Thinkstock
(München – 08.05.2013) Hautkrebs ist die häufigste Krebserkrankung in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 18.000 Menschen an schwarzem und zirka 175.000 an weißem Hautkrebs. Damit hat sich die Zahl der Neuerkrankungen in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Um auf diese Entwicklung zu reagieren, haben gesetzlich Versicherte über 35 Jahre seit 2008 das Recht, alle zwei Jahre an einem kostenlosen Hautkrebs-Screening teilzunehmen. Eine aktuelle FORSA-Umfrage der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) zeigt nun: Die Zahl derer, die diese Früherkennungsuntersuchung wahrnehmen, steigt, liegt aber immer noch auf recht niedrigem Niveau.

Leichter Anstieg der Teilnehmerzahlen

Während 2011 noch 28 Prozent der über 35-Jährigen am Hautkrebs-Screening teilgenommen hatten, waren es 2013 35 Prozent. Eine positive Entwicklung – jedoch mit Luft nach oben. Die recht niedrigen Zahlen könnten vor allem daran liegen, dass viele Menschen nichts von ihrem Recht auf die Früherkennungsuntersuchung wissen. Nur etwa die Hälfte der 1.004 Befragten kannte ihren gesetzlichen Anspruch auf das Hautkrebs-Screening.

„Deshalb sehen wir Handlungsbedarf für die gesetzlichen Krankenkassen und die Selbstverwaltung zur Verbesserung der Kenntnisse über Versichertenrechte“, sagt Professor Matthias Augustin, Direktor des Instituts für Versorgungsforschung in der Dermatologie und bei Pflegeberufen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf. Auch Professor Rudolf Stadler, Präsident der DDG, fordert: „Das Screening muss bekannter werden, zumal wir durch unsere regelmäßigen Untersuchungen belegen können, dass die Patienten keinen Nachteil durch diese Untersuchung haben.“

Im Frühstadium gut behandelbar

Patienten müssen also keine Angst vor dem Hautkrebs-Screening haben. Im Gegenteil: Sie profitierten von der Untersuchung. Denn nach fünf Jahren des gesetzlichen Hautkrebs-Screenings konnte gezeigt werden: Die Sterberate ist nicht so drastisch angestiegen, wie es die zunehmende Zahl der Hautkrebserkrankungen erwarten ließ. Da alle Formen des Hautkrebses eine hohe Heilungsrate haben, wenn sie im Frühstadium erkannt werden, tritt laut DDG genau das ein, was die Befürworter des Screenings prognostiziert haben: ein sprunghafter Anstieg der erfassten Hautkrebserkrankungszahlen bei gleichzeitig hohen Behandlungserfolgen. Die Anzahl der diagnostizierten Fälle liegt etwa 20 Prozent höher als vor dem Start im Jahr 2008.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 08.05.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: Deutsche Dermatologische Gesellschaft
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