Bluttest verrät Brustkrebs

Bald könnte ein Piks ausreichen, um Brustkrebs zu diagnostizieren: Wissenschaftler haben einen Bluttest zur Früherkennung entwickelt.

Schleife Brustkrebs © Thinkstock
(Aachen – 26.03.2013) Brustkrebs früh und möglichst schonend für die Patientin diagnostizieren: Das ist das Ziel einer Forschergruppe am Universitätsklinikum Aachen unter Leitung von Professor Edgar Dahl. Die Wissenschaftler haben nun einen blutbasierten Brustkrebs-Früherkennungstest entwickelt. Sie haben zwei sogenannte Tumorsuppressor-Gene identifiziert, die sich mit einem speziellen Verfahren als Brustkrebsmarker im Blut nachweisen lassen. Die Ergebnisse einer ersten Studie wurden kürzlich in der Zeitschrift „Breast Cancer Research“ veröffentlicht.

Spezielles Verfahren

Tumorsuppressor-Gene haben die Aufgabe, das Wachstum von Zellen zu kontrollieren. Durch spezielle genetische Veränderungen haben die Tumorsuppressor-Gene von Brustkrebszellen ihre Bremsfunktion verloren. Den Aachener Forschern ist es gelungen, Veränderungen an zwei Tumorsuppressor-Genen zu identifizieren. Ihr Nachweis im Blut lässt Rückschlüsse darauf zu, dass die Patientin an Brustkrebs erkrankt ist. Da die DNA dieser veränderten Tumorsuppressor-Gene nur in sehr geringen Konzentrationen über abgestorbene Tumorzellen ins Blut gelangt, sind hochsensitive Nachweisverfahren notwendig.

Vielversprechende Ergebnisse

„Unser Ziel ist es, DNA von brustkrebsrelevanten Genen im Blut mit sensitiven Methoden nachzuweisen“, beschreibt Diplombiologin Vera Kloten das Projekt. In einer ersten Studie wurde das Verfahren an rund 600 Blutproben von erkrankten und gesunden Frauen getestet. Dabei reichte für die Untersuchung ein Milliliter Blutserum aus.

Die Ergebnisse sind vielversprechend: Das Blut von erkrankten Frauen zeigt ein deutlich verändertes Marker-Profil gegenüber dem der gesunden Probandinnen. „Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass blutbasierte Brustkrebserkennung über molekulare Marker Wirklichkeit werden kann“, erläutert Prof. Dahl. „Um einen Test dieser Art serienreif zu machen, sind aber noch weitere Studien mit mehr Probanden notwendig.“

Höhere Akzeptanz für Bluttest

„Eine blutbasierte und damit nur minimalinvasive Methode ist für die Patientin wenig belastend und könnte die derzeit gängigen Methoden der Früherkennung, wie die Mammographie, ergänzen“, sagt Professor Dahl. Brustkrebs ist bei Frauen immer noch die am häufigsten diagnostizierte Krebsart. Ein Test, für den die Abgabe einer Blutprobe ausreicht, könnte dazu führen, dass mehr Frauen an Früherkennungsmaßnahmen teilnehmen. Das wiederum stellt eine wichtige Komponente im Kampf gegen den Brustkrebs dar.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.03.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: idw
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