Den Tumor trocken legen

Neuer Ansatz bei der Krebstherapie? Wissenschaftler sehen eine Möglichkeit, die Blutversorgung von Tumoren zu drosseln und so das Wachstum zu verlangsamen.

Forscher arbeitet an Zentrifuge. © Shutterstock
(München – 05.08.2011) Wenn ein Tumor wächst, sorgt er dafür, dass vermehrt neue Blutgefäße gebildet werden, die ihn versorgen sollen. Ein Forscherteam um Dr. Harald Langer an der Universität Tübingen will genau diese Tatsache nutzen, um das Tumorwachstum zu hemmen. Durch eine gezielte Steuerung der Gefäßneubildung soll dem Tumor sprichwörtlich der Saft abgedreht werden.

Den Schlüssel hierzu sehen die Wissenschaftler in einem Teil der angeborenen Immunabwehr – dem sogenannten Komplementsystem. Das Komplementsystem löst eine Reihe an Entzündungsreaktionen aus und lockt so Immunzellen zu den Infektionsherden. „Als erwiesen gilt, dass entzündliche Prozesse und die Neubildung von Gefäßen eng zusammenhängen. Berichte zum Einfluss des Komplementsystems haben bisher jedoch widersprüchliche Ergebnisse geliefert“, beschreibt Dr. Harald Langer die Motivation des Forschungsvorhabes.

Erste Ergebnisse sind vielversprechend

Die Arbeitsgruppe will nun Klarheit schaffen und herausfinden, welche Mechanismen genau zur Gefäßneubildung führen. „Erste Vorarbeiten unserer Arbeitsgruppe dazu haben bereits viel versprechende Ergebnisse gezeigt. Wir halten es für sehr wahrscheinlich, dass die Hemmung des Gefäßwachstums und damit eine verminderte Versorgung des Tumors mit Nährstoffen und Sauerstoff dazu führt, dass der Tumor deutlich langsamer wächst“, erläutert Mediziner Langer.

Sollte es den Tübinger Forschern gelingen, die molekularen Zusammenhänge bei der Gefäßneubildung zu finden, könnten sie darüber gezielt Einfluss auf das Tumorwachstum nehmen. Bis aus den Forschungsarbeiten ein praktischer Nutzen für Krebspatienten hervorgeht, dürften allerdings noch Jahre ins Land gehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.08.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: idw
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