Den Nacken locker machen

Nacken- und Kopfschmerzen sind häufig die Folge von Fehlhaltungen. Was hilft dagegen? Und wo lauern die „Verspannungs-Fallen“?

Frau mit Nackenschmerzen © Thinkstock
(Hamburg/Berlin – 17.01.12) Abends ist der Nacken verspannt, Hals und Schultern fühlen sich steif an, der Kopf schmerzt. Wenn Ihnen das bekannt vorkommt, lohnt es sich, Ihre Sitzgewohnheiten zu überprüfen. „In den meisten Fällen steckt eine falsche Körperhaltung hinter den Verspannungen“, erklärt Miriam Ortiz, Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren an der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Besonders Büroangestellte sitzen oft stundenlang mit krummem Rücken auf ihren Stühlen. „Aber auch Stress, Angst oder Kälte können zu den Beschwerden führen“, sagt Ortiz. Denn gerade in angespannten Situationen neige man dazu, die Schultern anzuziehen, erklärt die Expertin: „Der Schulterbereich funktioniert dann wie ein Schutzpanzer, man zieht sich zusammen.“

Kleine Übungen helfen

Wer häufig unter Verspannung leidet, sollte deshalb versuchen, sich öfter mal zu lockern. „Erste Maßnahme ist natürlich die bewusste Einnahme einer aufrechten Haltung, aber auch kleine Übungen helfen sehr effektiv“, sagt Ortiz. Das vorsichtige Drehen des Kopfes nach links und rechts oder auch eine kreisende Auf- und Ab-Bewegung der Schultern sorgen für Linderung.

Diese Übungen können immer wieder zwischendurch am Schreibtisch gemacht werden, um den Verspannungen vorzubeugen. Wer helfende Hände in der Nähe hat, zum Beispiel vom Partner oder von einer Freundin, kann auch durch eine sanfte Nackenmassage oder leichtes Klopfen auf die schmerzenden Stellen Erleichterung bekommen.

Den Nacken warm halten

„Sehr effektiv ist Wärme für die Vorbeugung und Behandlung von Nackenschmerzen“, ergänzt die Expertin. Besonders jetzt, wenn kältere Temperaturen oder Zugluft die Beschwerden auslösen oder verstärken können, sollte die Nackenregion durch adäquate Kleidung vor Kälte geschützt werden – zum Beispiel durch einen warmen Schal um den Hals.

„Schnelle Linderung im Büro schenken erwärmte Kirschkernkissen, zu Hause können es auch heiß-warme Nackenduschen oder eine richtig warme Moorpackung sein,“ rät Ortiz. Wenn keine Besserung eintritt, sollte aber ein Arzt hinzugezogen werden, um gegebenenfalls andere diagnostische oder therapeutische Maßnahmen einzuleiten.
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