Kleidung, die Bewegungen analysiert

An der Universität Paderborn werden Sensoren entwickelt, die in die Kleidung eingearbeitet werden und die Bewegungen von Patienten analysieren und sofort Feedback geben kann. Diese Technik kann insbesondere die Rehabilitation von Patienten verbessern.

Gehhilfe Senior und Pflegekraft © iStock
(Paderborn – 29.01.2020) Operationen, Unfälle, Krankheiten: Die Gründe für Hüft- oder Knieleiden sind vielfältig. Falsche Bewegungsmuster sind häufig nicht nur die Ursache, sondern auch Ergebnis orthopädischer Missstände. Zwar gibt es spezialisierte Zentren, in denen Ganganalysen zur Problemidentifikation durchgeführt werden, eine anschließende dauerhafte Beobachtung der Patienten war bislang aber nicht möglich. Um das zu ändern, entwickelt ein Forscherteam von der Universität Paderborn Sensoren, die in die Kleidung der Patienten integriert werden und so eine Fernbetreuung erlauben.

Falsche Bewegungsabläufe und Schonhaltungen vermeiden

Das mobile System, das die Alltagsbewegungen kontinuierlich misst, ermöglicht nicht nur die konstante Beobachtung durch den Arzt, sondern gibt den Patienten gleichzeitig direktes Feedback: „Gerade nach Operationen ist es wichtig, Heilungsprozesse genauestens zu beobachten und vor allem auch gezielt zu steuern. Dazu gehört unter anderem die Ganganalyse. Falsche Bewegungsabläufe oder mit der Zeit angeeignete Schonhaltungen können auf Dauer zu schwerwiegenden Folgeschäden führen. Deshalb entwickeln wir beim Projekt „RehaToGo" auf Basis von RFID-Technik ein Fernkontrollsystem, das die Bewegungen der Arme und Beine beim Laufen erfasst. Das Besondere: Rückmeldung von Behandlern gibt es online auf das Smartphone über eine App. Die Therapie kann so nach dem Klinikaufenthalt im Alltag der Patientinnen und Patienten fortgesetzt werden", sagt Prof. Matthias Weigelt, Sportpsychologe der Universität Paderborn, der an der Entwicklung der Sensoren mitarbeitet.

RFID-Technik steht für „Radio Frequency Identification" und bezeichnet eine Technologie für Sender-Empfänger-Systeme, die Objekte mithilfe von Radiowellen lokalisieren. Bei RehaToGo werden Etiketten mit integrierten RFID-Sensoren in die Kleidung eingenäht. Miniatur-Lesegeräte können dann die Bewegungsmuster ihrer Träger erfassen und verarbeiten.

Signale machen auf falsche Bewegungen aufmerksam

Die Herausforderung zur Erweiterung der orthopädischen Rehabilitation besteht auch darin, ein auditives Online-Bewegungsfeedback mittels Sonifikation, also der akustischen Darstellung von Daten, zum individuellen Bewegungslernen in das mobile Messsystem zu integrieren. Auf eine Testphase im stationären Betrieb an der Klinik Lindenplatz im nordrhein-westfälischen Bad Sassendorf folgt der ambulante Bereich. Dazu Weigelt: „Verschiedene Signale sollen die Nutzer auf Fehlhaltungen aufmerksam machen. Wir gehen davon aus, dass entsprechende Lernprozesse schnell einsetzen und so zu langfristigen Verbesserungen führen. Unter standardisierten Laborbedingungen werden Mess- und Feedbacksystem aufeinander abgestimmt.", sagt Prof. Weigelt.

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Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.01.2020
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Universität Paderborn vom 19.12.2019: Durch Sensoren in Alltagskleidung Bewegungen von Patienten überwachen
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