Heiser durch RA

Rheumatoide Arthritis kann nicht nur Gelenkschmerzen, sondern auch Heiserkeit und Stimmverlust verursachen. Tipps gegen die Heiserkeit.

Mann fasst sich an den Hals © iStock
(Bochum – 28.12.2016) Die meisten Patienten, die unter rheumatoider Arthritis (RA) leiden, klagen über geschwollene Gelenke an den Fingern, Hautrötung und eine allgemeine – vor allem morgendliche – Steifigkeit. Die Erkrankung kann auch das Sprechen und die Stimmbildung störend beeinflussen und zum Beispiel Heiserkeit oder einen vorübergehenden Stimmverlust hervorrufen. Diese Beschwerden lassen sich aber mit geeigneten Medikamenten gut unter Kontrolle bringen.

„Die RA ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, die meist mehrere Gelenke betrifft“, erklärt Dr. Ludwig Kalthoff vom Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh). „Bei etwa fünf Prozent der RA-Patienten kann dabei auch das sogenannte Krikoarytenoidgelenk, das eine entscheidende Rolle bei der Stimmbildung spielt, von den Entzündungsprozessen betroffen sein.“ Dieses Gelenk besteht aus zwei Stellknorpeln, durch deren Bewegung sich die Stellung der Stimmlippen regulieren lässt, da sie miteinander in Verbindung stehen. Eine Entzündung im Bereich des Krikoarytenoidgelenks kann deshalb zu Heiserkeit oder sogar Stimmverlust führen. Andere, mögliche Ursachen für eine gestörte Stimmbildung bei Rheumatikern sind die Bildung eines Rheumaknotens im Bereich der Stimmbänder oder das sogenannte Sjögren-Syndrom, das mit Entzündungen der Tränen-, Speichel- und Schleimhautdrüsen sowie ausgeprägter Trockenheit einhergeht.

Tipps gegen Heiserkeit

Heiserkeit und Stimmverlust stellen nicht nur eine Beeinträchtigung im Alltag da – sie können für den Patienten auch emotional belastend sein. Denn die Klangsteuerung der Stimme erfüllt eine wichtige Funktion in der zwischenmenschlichen Kommunikation. „Erfreulicherweise gibt es wirksame Medikamente, mit denen sich auch Störungen der Stimmbildung beheben lassen“, sagt der Experte. So lässt sie sich mit entzündungshemmenden Basistherapeutika, die Rheumatologen gegen Rheuma einsetzen, meist gut unter Kontrolle bringen – zumal die stimmliche Beeinträchtigung meist in direktem Zusammenhang mit der Entzündungsaktivität der rheumatoiden Arthritis steht.

„Damit sich die Entzündung möglichst schnell zurückbilden kann, sollte der Patient auch das Krikoarytenoidgelenk und seine Stimme schonen. Das heißt: möglichst wenig sprechen und auf keinen Fall flüstern, weil das die Stimmbänder noch mehr belastet als reden. Außerdem sollten Betroffene nicht rauchen und verrauchte Räume meiden. Außerdem sollten sie möglichst viel trinken – am besten entzündungshemmenden Kamillentee – oder saure beziehungsweise zuckerfreie Bonbons lutschen, um die Speichelbildung anzuregen“, rät Dr. Kalthoff. Auch Dampfbäder mit Kamille, Kochsalz oder Panthenol können das Abschwellen unterstützen und die Rückbildung der Entzündung beschleunigen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.12.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (www.rheumatologen-im-netz.de): Auch Heiserkeit oder Stimmverlust durch Rheumatoide Arthritis möglich
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