Infarktrisiko bei Rheuma

Wer an Rheuma leidet, hat auch ein erhöhtes Herzinfarktrisiko. Doch eine Studie zeigt: Rheumamedikamente können dieses Risiko senken.

Seniorin nimmt Medikamente ein © iStock
(Wiesbaden – 12.10.2016) Patienten mit Rheuma haben aufgrund der Entzündungsprozesse, die mit ihrer Krankheit einhergehen, auch ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Das Risiko der Betroffenen für Arterienverkalkung und in der Folge Herzinfarkt und Schlaganfall ist im Vergleich zu Gesunden etwa doppelt so hoch. Dieses erhöhte Risiko kann durch die Einnahme bestimmter Rheumamedikamente wieder auf das Niveau von Gesunden gesenkt werden, wenn die Behandlung erfolgreich anschlägt. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) unter Berufung auf aktuelle Studienergebnisse aus Schweden hin.

„Medikamente gegen Rheuma haben oft zu Unrecht ein negatives Image – man denke nur an die oft unbegründete Angst vor Medikamenten wie Methotrexat, die wir seit Jahrzehnten gut kennen und sehr sicher sind. Jetzt aber können wir eine gute Nachricht präsentieren: In einer Studie mit mehr als 6.800 Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA), die für drei bis acht Monate mit sogenannten TNF-alpha-Hemmern behandelt und dann mehr als ein Jahrzehnt lang beobachtet wurden, zeichnete sich bei denjenigen Patienten, die gut auf die Therapie ansprachen, neben einer erfolgreichen Behandlung ihrer entzündlich-rheumatischen Erkrankungen der zusätzliche Vorteil ab, dass Herzinfarkte oder Angina pectoris weniger häufig auftraten. Bei gutem Therapieansprechen kann das Herzinfarktrisiko von Rheumatikern also auf ein mit dem der Allgemeinbevölkerung vergleichbares Niveau gesenkt werden“, sagt Dr. Florian Schuch vom Berufsverband Deutscher Rheumatologen.

Verschiedene Medikamente stehen zur Verfügung

TNF-Alpha-Blocker, die den „Tumor Nekrose Faktor" (TNF) hemmen, können die überschießende Immun- und Entzündungsreaktion bei rheumatoider Arthritis dämpfen und somit Schädigungen an Gelenken und anderen Organen verhindern. „Wenn es gelingt, die Krankheitsaktivität medikamentös auf ein niedriges Niveau zu senken, können Patienten mit rheumatoider Arthritis mit einer normalen Lebenserwartung rechnen“, so der Experte. Für Patienten, bei denen die Behandlung mit einem TNF-Hemmer nicht anschlagen sollte, gibt es weitere Optionen für Medikamente aus anderen Wirkstoffgruppen, da moderne Rheumamedikamente mit unterschiedlichen Angriffspunkten zur Verfügung stehen.

Möglichst frühe Behandlung wichtig

Ein möglichst früher Behandlungsbeginn – am besten innerhalb von drei Monaten, nachdem die ersten Symptome aufgetreten sind – ist gerade bei rheumatoider Arthritis besonders wichtig: Je früher die Erkrankung behandelt wird, desto besser sind die Aussichten, sie aufzuhalten, bevor die Gelenke, die Blutgefäße oder das Herz Schaden nehmen. „In jedem Fall sollte die Behandlung von einem Rheumatologen überwacht werden, der bei möglicherweise auftretenden Komplikationen die Dosierung entsprechend anpassen beziehungsweise den Patienten auf ein anderes Präparat umstellen kann“, sagt der Rheumatologe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.10.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands Deutscher Rheumatologen (www.rheumatologen-im-netz.de): Rheuma ist kein einheitliches Krankheitsbild
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