Genug trinken bei Gicht

Wer unter Gicht leidet, sollte darauf achten, immer ausreichend zu trinken. Denn so lässt sich das Risiko für Gichtanfälle reduzieren.

Senior trinkt Wasser © Thinkstock
(Wiesbaden – 11.07.2016) Wer zu Gichtanfällen neigt, sollte darauf achten, ausreichend zu trinken. „Auch Wassermangel – eine so genannte Dehydratation – kann ein Triggerfaktor für Gicht sein", sagt Dr. Silke Zinke vom Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh). Gichtgefährdete Patienten sollten deshalb mindestens zwei Liter am Tag trinken – bei einer akuten Gichterkrankung sogar drei Liter pro Tag, wenn keine anderen Erkrankungen wie eine Herzschwäche dagegensprechen. „Neben Wasser sind auch Saftschorlen, Kräuter- und Früchtetees geeignet. Unbedingt zu meiden sind hingegen alle alkoholischen Getränke, da Alkohol die Harnsäureausscheidung zusätzlich hemmt", so die Rheumatologin.

Unbehandelt drohen Gelenkzerstörung und anhaltende Schmerzen

Die Gicht ist eine oft angeborene Stoffwechselerkrankung, bei der sich zunächst ohne Beschwerden Harnsäure im Blut anhäuft (Hyperurikämie), bis sich diese schließlich in Form von Harnsäurekristallen in den Gelenken ablagert. „Die nadelförmigen Kristalle können dann einen Gichtanfall auslösen – also eine akute Entzündung des Gelenks mit schmerzhafter Rötung, Überwärmung und Schwellung. Beim ersten Gichtanfall ist oft das Großzehengrundgelenk betroffen“, erklärt Dr. Zinke.

Diese Entzündung klingt zwar nach einigen Tagen wieder ab, meist folgen aber weitere Gichtanfälle, die unbehandelt im chronischen Stadium zu einer zunehmenden Gelenkzerstörung und anhaltenden Gelenkschmerzen führen können. „Neben der gestörten Harnsäureausscheidung kommt als Ursache meist noch eine übermäßige Zufuhr von sogenannten Purinen über die Nahrung hinzu, bei deren Abbau im Stoffwechsel Harnsäure entsteht. Bei einer übermäßigen Zufuhr von purinreichen Lebensmitteln – zum Beispiel Fleisch, Innereien und manchen Fischsorten – und zusätzlicher Hemmung der ohnehin schon verminderten Harnsäureausscheidung durch Alkohol oder auch Medikamente kann der Harnsäuregehalt im Körpers auf das über 30-Fache ansteigen", sagt die Expertin.

Auch alkoholfreies Bier enthält Purine

Gichtgefährdete Patienten sollten möglichst auf Alkoholika verzichten – vor allem auf Bier, da es zudem viele Purine enthält. „Und zwar auch das alkoholfreie Bier“, betont Dr. Zinke. „Zur Behandlung der Gicht stehen uns in erster Linie effektive Medikamente zur Verfügung, um die Harnsäurebildung bzw. die Entzündung zu unterdrücken. Patienten können aber durch ausreichendes Wassertrinken zusätzlich dazu beitragen, die Harnsäuremenge im Blut zu verdünnen und damit das Risiko eines Gichtanfalls zu verringern", so die Rheumatologin.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.07.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (www.rheumatologen-im-netz.de): Risiko von Gichtanfällen durch genügend Wassertrinken verringern
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