Entzündete Halswirbelsäule

In der Regel tritt eine rheumatoide Arthritis an Händen, Fingern oder Zehen auf. Doch die Gelenkentzündung kann auch die Halswirbelsäule betreffen.

Ältere Frau hat Nackenschmerzen © Thinkstock
(München – 14.04.2016) Bei rheumatoide Arthritis treten Gelenkentzündungen meistens an den Händen, Fingern und Zehen auf, aber auch ein Befall der Halswirbelsäule mit Schädigung des Rückenmarks – die sogenannte zervikale Myelopathie – ist möglich. Darauf weist der Berufsverband Deutscher Rheumatologen (BDRh) hin. „Die häufigste Folge eines solchen Befalls der Halswirbelsäule ist eine Instabilität zwischen den Wirbelkörpern auf Höhe des ersten oder zweiten Halswirbels, die zum Beispiel zu einer unvollständigen Ausrenkung des zweiten Kopfgelenkes führen kann. Unter Umständen kann auch ein Knochenfortsatz des zweiten Halswirbelkörpers auf den Hirnstamm drücken und damit wichtige Stammhirnfunktionen – etwa die Regulation der Atmung und des Blutkreislaufs – beeinträchtigen, was lebensgefährlich werden kann. Insbesondere bei Patienten mit fortgeschrittener rheumatoider Arthritis ist es wichtig, an eine solche Kompression zu denken“, erklärt Prof. Bernhard Manger, Leitender Oberarzt der Medizinischen Klinik III der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen.

Anzeichen für einen Befall der Halswirbelsäule

Mögliche Beschwerden eines Befalls der Halswirbelsäule sind Nackenschmerzen oder Schmerzen des äußeren Ohres. Es können aber auch Empfindungsstörungen in den Händen oder Beinen, Gangstörungen und neurologische Ausfälle auftreten, also Beschwerden einer zervikalen Myelopathie. Dann haben die Patienten ein hohes Risiko, dass ihre Wirbelsäulenerkrankung fortschreitet und sie eine zunehmende Bewegungseinschränkung und einen verfrühten Tod erleiden. In solchen Fällen sollte der Rat eines Chirurgen eingeholt werden, um in Abhängigkeit vom weiteren Krankheitsverlauf den besten Zeitpunkt für einen eventuellen chirurgischen Eingriff abzustimmen. „Auch wenn die Patienten nicht über solche Beschwerden klagen, ist eine engmaschige Beobachtung der Betroffenen durch einen Rheumatologen natürlich dennoch angebracht“, sagt Manger.

Die obere Halswirbelsäule immer mit untersuchen

„Um Komplikationen zu verhindern, sollte bei Patienten mit rheumatoider Arthritis immer auch die obere Halswirbelsäule untersucht werden – und zwar zunächst mit normalen Röntgenaufnahmen und Funktionsaufnahmen. Wenn dabei Auffälligkeiten auftreten, sollte eine Untersuchung im Kernspin erfolgen, bei der mögliche Veränderungen gerade in frühen Stadien noch besser erfasst werden können“, so der Experte. Bei Langzeitpatienten, deren Beschwerden nicht dauerhaft nachlassen, ist eine regelmäßige Untersuchung – etwa alle fünf Jahre – erforderlich.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.04.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (www.rheumatologen-im-netz.de): Gelenkentzündung bei Arthritis kann auch die Halswirbelsäule befallen
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung