Entzündete Gelenke

Schuppenflechte ist kein reines Hautproblem – auch die Gelenke können entzündet sein. Neue Medikamente lindern diese Beschwerden jetzt besser.

Gelenkschmerzen © Thinkstock
(Bremen – 12.08.2015) Bei vielen Patienten mit Schuppenflechte beschränkt sich die chronische Krankheit nicht auf die Haut. Was die wenigsten wissen: Die Entzündung kann sich auch auf die Gelenke ausweiten. Da herkömmliche Therapien den Betroffenen oft nur mäßig helfen, sollen gut untersuchte Medikamente mit neuen Wirkmechanismen nun die Behandlung von „Schuppenflechten-Rheuma“ verbessern.

Entzündete Gelenke an Händen, Füßen oder der Wirbelsäule

20 bis 40 Prozent aller Patienten mit Schuppenflechte erkranken innerhalb der ersten zehn Jahre zusätzlich an Schuppenflechten-Rheuma, der sogenannten Psoriasis-Arthritis (PsA). Dabei entzünden sich neben der Haut auch die Gelenke – vorwiegend an Händen, Füßen oder der Wirbelsäule. „Leiden Patienten mit Schuppenflechte morgens an steifen Gelenken, klagen über nächtliche Rückenschmerzen oder fühlen sich kraftlos, können das erste Zeichen für PsA sein“, erklärt Prof. Dr. Jens Gert Kuipers, Chefarzt der Klinik für internistische Rheumatologie am Roten Kreuz Krankenhaus Bremen. Die Betroffenen sollten umgehend einen Rheumatologen aufsuchen.

Jeder Zweite spricht nicht auf herkömmliche Therapien an

Nur eine medikamentöse Therapie verhindert eine Gelenkzerstörung, die die Betroffenen im schlimmsten Fall nahezu bewegungsunfähig machen kann. Üblicherweise verschreiben Ärzte zunächst Methotrexat, Sulfasalzin oder Leflunomid. Jedoch spricht etwa jeder zweite Patient nicht auf diese herkömmlichen Therapien an, schätzt der Experte. „Die Wirksamkeit einiger dieser Therapien – etwa von Methotrexat – wurde für PsA nur sehr eingeschränkt untersucht“, sagt Kuipers.

Neue Medikamente können Betroffenen besser helfen

Diese Situation könnte sich schon bald ändern. Denn in den letzten Jahren hat die Europäische Kommission einige neue Medikamente zugelassen – vor allem Biologika. „Diese biotechnologisch hergestellten Antikörper wirken deutlich besser, da sie gezielt in den Entzündungsprozess eingreifen“, so der Experte. Sie erzielen eine bis zu 50-prozentige Besserung der schmerzhaften und geschwollenen Gelenke. Für 2016 erwarten die Experten die Zulassung eines weiteren Biologikums.  

„Wir hoffen, mit den vielen Entwicklungen die Lebensqualität der PsA-Patienten deutlich zu verbessern“, so Kuipers. Denn diese ist häufig stark beeinträchtigt. Am häufigsten leiden PsA- Patienten unter juckenden Hautstellen. „Zudem sind sie häufig starken seelischen Belastungen ausgesetzt, die den Umgang mit Freunden oder dem Partner betreffen“, sagt der Experte. Aktuelle Studien zeigen außerdem ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs, Osteoporose und Depressionen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.08.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie: Schuppenflechte – nicht nur ein Hautproblem: Neue Medikamente helfen bei entzündeten Gelenken
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