Mehr Sport, weniger Arznei

Wenn sich Patienten mit Rheuma mehr bewegen, können sie Medikamente einzusparen – und so auch das Risiko für Nebenwirkungen senken.

Seniorenpaar tanzt © Thinkstock
(Bad Aibling – 27.12.2014) Für entzündlich‐rheumatische Erkrankungen wie rheumatoide Arthritis (RA) und Spondyloarthritiden sollte Bewegungstherapie ein fester Bestandteil der Behandlung sein. Jedoch wird in Deutschland immer weniger Bewegungstherapie verordnet: Derzeit erhalten sie nur etwa zwanzig Prozent aller Patienten mit rheumatoider Arthritis. Deshalb sollten betroffene Patienten sich selbständig – also auch unabhängig von einer ärztlichen Verordnung – dafür einsetzen, langfristig mehr Sport und Bewegung in ihren Alltag zu integrieren. Dazu raten die Rheumatologen des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh).

„Bewegung ist bei der Behandlung von Rheuma weiterhin wichtig – die damit erzielbaren Effekte sind auch auf molekularer Ebene längst erwiesen: Bewegungstherapie kann die Entzündungsprozesse bei rheumatischen Erkrankungen nachweislich günstig beeinflussen und den Spiegel an Entzündungsfaktoren wie etwa des Tumor Nekrose Faktors (TNF)‐alpha und RANKL senken“, erklärt Dr. Silke Zinke vom Berufsverband Deutscher Rheumatologen.

Wer mehr Sport treibt, kann die Medikamente reduzieren

Bei einigen rheumatischen Erkrankungen ist es inzwischen auch erwiesen, dass durch eine intensivierte Bewegungstherapie die Menge der einzunehmenden Rheumamedikamente reduziert werden kann. So konnte eine Pilotstudie zeigen, dass Patienten mit aktiver Spondylarthritis, die mehr Bewegung – in Form von drei halbstündigen Übungen pro Woche über vier Monate hinweg – mit nur der Hälfte der üblichen Menge an Rheumamedikamenten kombinieren, eine mit Biologika in voller Dosis vergleichbare, gute Wirkung mit deutlicher Linderung ihrer Schmerzen und Symptome erzielen können. Auch die Menge an NSAR (zum Beispiel Diclofenac oder Ibuprofen) konnte gesenkt werden.

„Eine multimodale Therapie, die Bewegungstherapie mit einschließt, kann dazu beitragen, Biologika einzusparen und damit auch die Kosten für die Behandlung erheblich zu senken“, so Dr. Zinke. „Außerdem wird das Risiko für medikamentöse Langzeitnebenwirkungen gesenkt.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesverbands Deutscher Rheumatologen (www.rheumatologen-im-netz.de): Mehr Bewegung hilft, Medikamente bei der Rheumatherapie einzusparen
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