Rheuma: Sport tut oft gut

Keine Angst vor Schmerzen: Menschen mit Rheuma können durch Bewegung Muskeln und Ausdauer stärken – und damit Beschwerden lindern.

Seniorin beim Schwimmen © Thinkstock
(Berlin/Bonn – 27.11.2012) Kraft-, Ausdauer- und Koordinationstraining tut den meisten Menschen gut. Besonders gesund ist es aber für Menschen, die an der Autoimmunkrankheit Rheuma leiden. In Deutschland sind rund eine Million Menschen betroffen. „Dennoch haben gerade sie oft Angst davor, Sport zu treiben, weil sie befürchten, dass die Bewegung ihre Schmerzen verschlimmern könnte“, sagt Erika Gromnica-Ihle, Präsidentin der Deutschen Rheuma-Liga. In der Tat sind stärkere Schmerzen ein Warnsignal. „Dann sollte die sportliche Aktivität wieder etwas zurückgenommen, aber nicht beendet werden“, rät die Expertin.

Gleichmäßige Bewegung bessert Muskelfunktion und Ausdauer

Zwei Drittel der Menschen, die an Rheuma erkrankt sind, machen aus Angst überhaupt keinen Sport. Dabei sollten sie erst Recht sportlich aktiv werden: „Langsame Bewegungsabläufe wie beim Walken, Schwimmen oder Radfahren halten die Gelenke beweglich und beugen einfach und effizient auch der Osteoporose vor“, erklärt Gromnica-Ihle.

Selbst für Patienten mit Arthrose in Knie oder Hüfte, mit entzündlichen Gelenkerkrankungen oder mit dem Fibromyalgiesyndrom, einer chronischen Schmerzkrankheit, ist Bewegung ohne allzu starke Belastung hilfreich: „Sie verbessern damit Muskelfunktion, Beweglichkeit und Ausdauer“, sagt die Rheumatologin. Das Sportprogramm sollte jedoch an die jeweilige Krankheitssituation angepasst werden. „Sind zum Beispiel nur die Hände betroffen, empfehle ich Walken“, so Gromnica-Ihle. Sind viele Gelenke entzündet, bietet sich eine Bewegungstherapie im Wasser an.

Training im Wasser schont die Gelenke

Das Training im Wasser hilft, Gelenkfunktionen, Fitness, Gleichgewicht, Ausdauer, Kraft, Koordination und Flexibilität zu verbessern. „Das Wasser trägt das Körpergewicht und reduziert damit die auf die Gelenke einwirkenden Kräfte“, erklärt Karsten Dreinhöfer, Professor an der Charité und Chefarzt der Orthopädie am Medical Park Berlin Humboldtmühle. Studien zeigten, dass die Gelenke beim Laufen und Rennen im hüfthohen Wasser um 40 Prozent weniger belastet werden, im brusthohen Wasser um bis zu 50 Prozent. Ob nun Laufen, Radfahren, Tanzen, Gymnastik oder Aerobic – „alles ist im Wasser möglich, intensiv und absolut gelenkschonend“, sagt der Fachmann.

Herz wird bei Aquatraining stärker belastet

Menschen mit Herzproblemen sollten vor dem Aquasport unbedingt Rücksprache mit ihrem Kardiologen halten: Durch den Wasserdruck werden Gewebeflüssigkeit und Blut aus dem unteren Bereich des Körpers nach oben gedrückt. „Dieses zusätzliche Blutvolumen, das das Herz dann zu bewältigen hat, kann für einen Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu viel sein“, betont Dreinhöfer. Auch für Menschen mit Herz- oder Lungenerkrankungen oder Kreislaufproblemen können warmes Wasser und eine hohe Luftfeuchtigkeit sehr belastend sein. Deshalb sollten sie lieber an Land trainieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.11.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung