Tennisarm: Signale und Hilfe

Ob mit Computermaus, Hammer oder Tennisschläger: Wer seinen Arm auf die immer gleiche Art belastet, riskiert schmerzhafte Entzündungen. Was dagegen hilft.

Eine Frau hält sich den Ellbogen. © Thinkstock
(München – 19.11.2012) Die Hand immer wieder auf die gleiche Art zu bewegen, kann zu sehr schmerzhaften Entzündungen führen. Das Phänomen nennt sich Tennisarm, Mausarm, Golfer-Ellenbogen oder auch Sekretärinnen-Krankheit. „Darunter versteht man Schmerzen im Bereich des äußeren Vorsprunges am Ellbogen, dem Epicondylus humeri radialis“, sagt Christian Kinast, Orthopäde und Unfallchirurg am Zentrum für Orthopädie Arabellapark in München. Zu hohe Muskelspannung nach verkrampfter Haltung, beispielsweise am Tennis- oder Golfschläger, am Hammer oder an der Computermaus, können diese Überlastungsprobleme auslösen. Sie werden auch als Repetitive-Strain-Injury-Syndrom (RSI) – also als wiederholte Belastungsverletzung – bezeichnet.

Auf erste Warnsignale hören

„Durch zu hohen Zug der Muskulatur kommt es zu Einrissen der Knochenhaut des Sehnenüberganges und im chronischen Stadium zu Gewebeveränderungen“, erklärt Kinast. Auch durch Fehlsteuerungen im Bereich der Halswirbelsäule kann es zu erhöhter Muskelspannung und dann zur Überlastung der Muskeln und Sehnen des Knochenüberganges kommen.  

Am Wichtigsten ist es, die ersten Warnsignale nicht zu überhören: Schmerzen im Ellenbogen, meist in der Bewegung wie zum Beispiel beim Greifen oder Heben, sollten nicht ignoriert werden. Sobald es schmerzt, sollte der Betroffene die schädlichen und einseitigen Bewegungen möglichst vermeiden und den Arm mit Dehnungsübungen entlasten.

Krankengymnastik und lokale Betäubungsmittel schaffen Abhilfe

In der akuten Phase empfiehlt Christian Kinast Krankengymnastik, eine Behandlung der verkrampften Muskelpunkte, Dehnungsübungen oder auch eine Behandlung der Halswirbelsäule. Eine weitere Möglichkeit ist die sogenannte Stoßwellentherapie: „Die blockiert die Schmerzleitung, steigert die Kollagenfaserbildung und führt so zur schnelleren Heilung“, sagt der Orthopäde.  

Tritt nach zwei bis drei Wochen keine Besserung ein, können auch lokale Betäubungsmittel mit Kortison gespritzt werden, die die Schmerzen hemmen und die Entzündung abklingen lassen. Eine Operation ist bei einem Tennisarm jedoch nur selten notwendig. „Weniger als fünf Prozent der Patienten werden nach langer nicht-operativer Behandlung operiert“, so Kinast. Bei einer Operation wird das krankhafte Gewebe herausgeschnitten und der Sehnenansatz wieder an den Knochen angenäht.

Einseitige Belastungen vermeiden

Ein Tennisarm kann eine sehr langwierige und schmerzhafte Angelegenheit sein und je nach Verlauf wochen-, monate- oder jahrelang Probleme bereiten. Umso wichtiger ist es deshalb, der Entzündung vorzubeugen. Dafür sollten verkrampfte Haltungen vermieden und bei einseitigen Belastungen immer wieder Lockerungs- und Dehnungsübungen eingebaut werden. Außerdem ist es hilfreich, die Haltung ab und an zu ändern und die Computermaus zu wechseln. Beim Tennisschläger kann die Griffstärke erhöht werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.11.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
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