Schlucken statt Spritzen

Neues Medikament im Zulassungsverfahren: Rheumatoide Arthritis könnte in Zukunft mit Tabletten statt Spritzen behandelt werden.

Tabletten und Spritze © Thinkstock
(München – 31.08.2012) Rheumatoide Arthritis kann zwar heutzutage effektiv behandelt werden – die Betroffenen müssen die entsprechenden Medikamente allerdings spritzen. Einen entscheidenden Fortschritt verspricht ein neuer Wirkstoff, der als Tablette verabreicht werden kann.

Gelenkzerstörungen entgegenwirken

Die rheumatoide Arthritis ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Gelenke, die in Schüben verläuft. Moderne Medikamente können die Krankheit erfolgreich unterdrücken, sodass Gelenkzerstörungen und daraus entstehende Behinderungen heute vermieden werden können. Die Medikamente müssen allerdings gespritzt werden, weil es sich um Proteine handelt, die im Magen des Patienten verdaut und dadurch unwirksam werden.  

„Außerdem entfalten die meisten dieser Wirkstoffe ihre optimale Wirkung nur in Kombination mit dem Medikament Methotrexat, das eine Reihe unerwünschter Nebenwirkungen hat“, sagt Professor Hendrik Schulze-Koops von der Rheumaeinheit des Klinikums der Universität München, der mit seinem Team an der Entwicklung einer alternativen Therapie beteiligt war. Im Rahmen einer internationalen Studie konnte die Wirksamkeit einer neuen Art von Medikament nachgewiesen werden.

Kleines Molekül hemmt Immunantwort

Das neue Medikament ist ein sogenanntes „small molecule“, das chemisch hergestellt wird und in der Lage ist, in Zellen des Immunsystems einzudringen. Dort hemmt es gezielt ein intrazelluläres Signalprotein, die sogenannte Januskinase. Es unterdrückt auf diese Weise die Aktivierung einer Immunantwort und damit den entzündlichen Prozess. Der entscheidende Vorteil: Der neue Wirkstoff ist kein Protein und kann daher als Tablette eingenommen werden. Auch eine Kombination mit Methotrexat ist nicht notwendig.  

„Der neue Ansatz könnte die zukünftige Therapie von Patienten mit rheumatoider Arthritis erheblich verändern“, sagt Schulze-Koops. Im Moment laufen Zulassungsverfahren für das Präparat in den USA und in Europa. Zudem soll es im Rahmen weiterer klinischer Studien nun an einer größeren Zahl von Patienten über einen längeren Zeitraum getestet werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.08.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
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