Sport bei Fibromyalgie

Sanfter Ausdauersport kann chronische Schmerzen im Bewegungsapparat mildern – häufig effektiver als Medikamente.

Beim Walken. © Thinkstock
(München – 02.08.2012) Leiden Menschen unter chronischen Schmerzen des Bewegungsapparats, der sogenannten Fibromyalgie, kann leichtes Ausdauertraining die Beschwerden lindern: „Ein individuell angepasstes Ausdauer‐ und leichtes Krafttraining – zum Beispiel in Form von schnellem Spazierengehen, Walking oder Radfahren, zwei- bis dreimal in der Woche für jeweils eine halbe Stunde – wird in der neu überarbeiteten Leitlinie für das Fibromyalgiesyndrom ausdrücklich empfohlen “, erläutert Dr. Ludwig Kalthoff, Vorstandsmitglied des Berufsverbands Deutscher Rheumatologen (BDRh) und Facharzt für Innere Medizin mit Schwerpunkt Rheumatologie in Herne.

Fibromyalgie behandeln mit multimodaler Therapie

„Optimal ist auch, sportliche Aktivitäten mit meditativen Bewegungstherapien wie Tai Chi oder Yoga zu kombinieren – oder mit Entspannungs‐ und Psychotherapie‐Verfahren. Denn solche Formen einer multimodalen Therapie zeigen die besten Ergebnisse. Die Kombination aus bewusster Bewegung und Entspannung tut vielen Patienten offenbar gut und wird daher in der neuen Leitlinie ebenfalls empfohlen“, sagt Kalthoff.

Demgegenüber ist eine medikamentöse Therapie nur bei schweren Verläufen einer Fibromyalgie – und dann zeitlich befristet – angezeigt: „Starke opioidhaltige Schmerzmittel werden zur Behandlung des Fibromyalgie‐Syndroms nicht empfohlen, da sie nur selten langfristigen Nutzen und oft zusätzliche, unerwünschte Nebenwirkungen haben.“

Vor allem Frauen zwischen 40 und 60 Jahren betroffen

Vom bislang unheilbaren Fibromyalgie‐Syndrom sind insbesondere Frauen zwischen 40 und 60 Jahren betroffen. Zum Beschwerdebild gehören anhaltende Schmerzen in Nacken, Rücken, Brust, Bauch oder Gelenken. Je nach Schwere der Erkrankung leiden Betroffene auch unter Schlafstörungen, Erschöpfung (Fatigue), Reizmagen, Reizdarm sowie psychischen Beschwerden wie Depressionen oder Ängste.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.08.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: Berufsverband deutscher Rheumatologen e.V.
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