Hilfe bei Rückenschmerzen

Schmerzt auf einmal der Rücken und könnte ein Bandscheibenvorfall die Ursache sein, helfen richtige Lagerung und Wärme. Die besten Tipps für Ihren Rücken.

Frau fasst sich an den Rücken © Thinkstock
(München – 28.06.2012) Wer unter plötzlichen Rückenschmerzen mit Verdacht auf Bandscheibenvorfall leidet, sollte sich zunächst hinlegen, um die Wirbelsäule zu entlasten und die verkrampfte Muskulatur bei der Entspannung zu unterstützen. „Bei akuten Rückenschmerzen hat sich die Stufenlagerung bewährt, wobei der Betroffene sich auf den Rücken legt und je nach Bequemlichkeit die Unterschenkel auf Kissen, Decken oder einen Hocker hochlagert. Diese Maßnahme entlastet die Wirbelsäule und lindert die Beschwerden“, rät Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen in Krefeld.

Wärmepflaster entspannt Muskeln

„Um zu verhindern, dass sich aufgrund der Schmerzen auch die Muskulatur um den Bandscheibenvorfall verkrampft und so die Beschwerden noch schlimmer werden, sollten Schmerzmittel eingenommen werden“, sagt der Experte. Ein Heizkissen, eine Wärmflasche oder ein Wärmepflaster auf der schmerzenden Stelle kann ebenfalls entspannen und einen leichten schmerzstillenden Effekt haben. Die Beschwerden sollten dann unbedingt von einem Arzt, etwa einem Neurologen, abgeklärt werden, um eine gezielte Behandlung einleiten zu können.

Untersuchung schafft Klarheit

Für eine genaue Diagnose führt der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch mit dem Patienten. „Verschiedene Gehversuche, die Haltung des Patienten und mögliche Lähmungserscheinungen oder Taubheitsgefühle geben weiteren Aufschluss darüber, ob und wo sich ein Bandscheibenvorfall ereignet hat. Zur weiterführenden Diagnostik können eine Kernspintomografie oder eine Computertomografie durchgeführt werden“, erläutert der Neurologe.

Mehrere Therapieoptionen kombinieren

Bei einem Großteil der Patienten reichen konservative Therapieverfahren aus, um die Beschwerden innerhalb von zwei bis drei Wochen zu lindern. „Schmerzmittel, Medikamente zur Muskelentspannung, Krankengymnastik sowie Wärmeanwendungen und eventuell auch Akupunktur führen im Normalfall zum Erfolg. Die Medikamente sollten dabei nach dem ärztlich verordneten Plan eingenommen werden“, ergänzt der Mediziner.

Bei schwerwiegenden Bandscheibenvorfällen mit gravierenden neurologischen Ausfällen oder chronischen Beschwerden kann eine Operation notwendig sein. Dabei werden heutzutage auch endoskopische Verfahren eingesetzt.

Rückenproblemen gezielt vorbeugen

Die meisten Bandscheibenvorfälle betreffen die Lendenwirbelsäule und treten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr auf. Vorbeugen kann man Bandscheibenvorfällen durch einen ausgewogenen Wechsel von Be‐ und Entlastung der Wirbelsäule, durch Vermeidung von Übergewicht sowie durch einen ergonomischen Arbeitsplatz und rückengerechte Schuhe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.06.2012
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Berufsverband der Neurologen (www.neurologen-im-netz.de)
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